Vollmond verursacht keine Schlaflosigkeit

Sebastian

Vollmond verursacht keine Schlaflosigkeit.

(22.08.2010) Seit Urzeiten überliefert der Volksmund, bei einem Vollmond leiden Menschen unter Schlaflosigkeit. Zahlreiche Studien haben jedoch festgestellt, dass Vollmond-Phasen nicht für Schlafprobleme oder gar Schlafwandeln verantwortlich sind. Lediglich der Gedanke und der Glaube daran könnte Menschen um den Schlaf bringen.

Dem Mond werden seit je her mystische Kräfte nachgesagt. Schon bei dem Anblick eines Vollmonds verspüren manche Menschen Angst. Sie glauben, in einer Vollmond Nacht passieren schlimme Dinge. Zudem wäre der Schlaf durch den Mond gestört. Alles Blödsinn, sagen Wissenschaftler und haben das Schlafverhalten von Menschen während einer Vollmond Phase beobachtet und ausgewertet.

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Bei einer österreichischen Studie haben Mediziner die sich auf das Feld der Schlafforschung spezialisiert haben, mehrere unterschiedliche Probanden über sechs Jahre beobachtet. Die Teilnehmer mussten ein Schlaftagebuch führen. In diesem hielten sie fest, wann und wie oft sie schlecht geschlafen haben. Das Ergebnis war eindeutig, einen Zusammenhang zwischen Vollmond und Schlafproblemen bestand nicht. Im Gegenteil: Ein Viertel der Teilnehmer schlief sogar sehr gut während einen vollen Mondphase. Das bestätigt auch die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) in Bayern. Viele Studien wären zu ähnlichen Ergebnissen gelangt.

Wenn Menschen also während eines vollen Mondes schlecht schlafen, seien sie selbst Schuld, argumentiert Professor Jürgen Zulley von der Universitätsklinik Regensburg. Es sei demnach reine Einbildung, wenn Menschen während dieser Zeit schlecht schlafen. Auch die etwas hellere Nacht könne für die Schlafprobleme nicht verantwortlich gemacht werden. Denn der Mond habe eine geringere Lichtstärke als viele Laternen, so der Schlafforscher. "Also kann auch die vermeintlich hellere Nacht bei Vollmond nicht schuld sein an der Unruhe in manchen Betten", sagte Tanja Knieler, von der Krankenkasse DAK. Knieler rät daher empfindlichen Menschen, in der Nacht das Zimmer mit den Rollos abdunkeln, sich in eine Decke ein kuscheln und am Besten überhaupt nicht mehr an den Vollmond zu denken.

In Umfragen geben 40 Prozent der Deutschen an, "mondfühlig" zu sein. Psychologen erklären sich diesen Umstand damit, dass für bestimmte Ergebnisse negativer Natur ein Grund gesucht wird, falls es keinen plausiblen gibt. Passiert ein schrecklicher Unfall oder kann man tatsächlich nicht gut einschlafen während eines Vollmonds, so wird die Mondphase dafür verantwortlich gemacht. Aus der Erwartung wird dann nachfolgend eine Art Gewissheit. Bei der nächsten Vollmond Phase können "mondfühlige Menschen" dann wieder nicht einschlafen. Denn es ist ja Vollmond und man erwartet Schlafprobleme. Ähnliches ist auch bei anderen Phänomenen zu beobachten. So wird dem Wochentag Freitag in der Kombination mit dem 13. Monatstag ähnliches nachgesagt. Doch nicht nur in Deutschland glauben viele Menschen an die Verbindung Schlaflosigkeit und Vollmond. Das Wort "Vollmond" existiert nämlich in über 6000 Sprachen. (sb)