Von Forschern entdecktes Gen FOXF2 lässt uns Schlaganfälle besser verstehen

Forscher stellten fest, dass das Gen FOXF2 die Blutgefäße in unserem Gehirn schädigt. Das kann schwere Erkrankungen zur Folge haben, wie beispielsweise Demenz und Schlaganfälle. (Bild: psdesign1/fotolia.com)
Alexander Stindt
Forscher identifizieren Gen, das mit Schlaganfällen und Demenz in Verbindung gebracht wird
Es gibt ein Gen, das unser Risiko für Schlaganfälle und Demenz erhöhen könnte. Forscher entdeckten, dass dieses Gen Gefäße in unserem Gehirn beschädigt und dafür sorgt, dass sich die Gefäße verkleinern. Die Erkenntnis könnte dazu führen, dass neue Medikamente für diese beiden am häufigsten auftretenden neurologischen Erkrankungen entwickelt werden können.

Wenn Menschen einen Schlaganfall erleiden oder an Demenz erkranken, beeinflusst das ihr gesamtes Leben und oft auch ihr Umfeld. Schon lange suchen Mediziner nach Möglichkeiten und Medikamenten, um diese Erkrankungen besser behandeln zu können. Wissenschaftler von der Boston University stellten jetzt bei ihrer Untersuchung fest, dass ein Gen die Ursache für die Erkrankungen sein könnte. Dieses Gen bedingt Schädigungen der Gefäße in unserem Gehirn und kann dadurch die Wahrscheinlichkeit für Demenz oder einen Schlaganfall erhöhen. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Lancet Neurology“.

Forscher stellten fest, dass das Gen FOXF2 die Blutgefäße in unserem Gehirn schädigt. Das kann schwere Erkrankungen zur Folge haben, wie beispielsweise Demenz und Schlaganfälle. (Bild: psdesign1/fotolia.com)
Forscher stellten fest, dass das Gen FOXF2 die Blutgefäße in unserem Gehirn schädigt. Das kann schwere Erkrankungen zur Folge haben, wie beispielsweise Demenz und Schlaganfälle. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Gen bewirk Blockierung der Durchblutung in unserem Gehirn
Die Mediziner entdeckten ein Gen in unserem Gehirn, welches die Durchblutung blockiert. Dadurch kann das Organ nicht mit lebenswichtigem Sauerstoff und Nahrung versorgt werden. Ohne die Versorgung sterben dann die Neutronen ab. Diese Erkenntnis könnte vielleicht in Zukunft dazu führen, dass wir Schlaganfälle besser behandeln und eventuell sogar verhindern können und vielleicht wird es auch möglich, bessere Behandlungen für die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, sagen die Forscher. Ein Schlaganfall ist heutzutage die führende neurologische Ursache für Tod und Behinderungen weltweit. Alleine in Großbritannien sterben etwa 40.000 Menschen pro Jahr an einem Schlaganfall, womit dieser die dritthäufigste Todesursache hinter Herzerkrankungen und Krebs bildet.

FOXF2-Gen erhöht die Anzahl der kleinen Blutgefäße im Gehirn
Frühere Studien befassten sich meist damit, wie Gene dazu beitragen, dass unsere Arterien verhärten. Dieser Zustand wird als Atherosklerose bezeichnet. Die Gene können dazu führen, dass Blutgerinnsel entstehen und diese können dann einen sogenannten ischämischen Schlaganfall auslösen, erläutern die Experten. Eine andere Gruppe Gene konnte mit hämorrhagischen Schlaganfällen und Blutungen im Gehirn in Verbindung gebracht werden. Wissenschaftler führten jetzt eine genomweite Assoziationsstudie durch, um die genetischen Variationen in der DNA von Menschen zu untersuchen, die einen Schlaganfall erlitten hatten. Außerdem versuchten die Forscher durch eine Meta-Analyse die Daten aus früheren Untersuchungen zu einem großen Datensatz zusammenzufassen. Dabei entdeckten sie das FOXF2-Gen, welches die kleinen Blutgefäße in unserem Gehirn erhöht, erklären die Mediziner. Dies führe dazu, dass sich unser Risiko für Schlaganfälle vergrößert. Frühere Studien hatten bisher kein Gen mit der häufigsten Art von Kleingefäßerkrankung, dem Schlaganfall, in Verbindung gebracht, sagen die Experten.

Hilfe für die zukünftige Behandlung von Schlaganfällen?
Wir fanden bei unserer Untersuchung heraus, dass ein Gen unsere Gefäße verkleinert und dass dadurch die Wahrscheinlichkeit für einen ischämischem Schlaganfall steigt, erläutert Professor Sudha Seshadri von der Boston University. Außerdem konnten einige Gene mit einem ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfall in Verbindung gebracht werden. Die Erkenntnisse sind von wesentlicher Bedeutung, um neue therapeutische und präventive Strategien zur Behandlung der Ursachen von Schlaganfällen zu entwickeln, fügt der Mediziner hinzu. Die Erkrankung der kleinen Gefäße könne nicht nur einen Schlaganfall verursachen, sondern sei auch ein wesentlicher Faktor für die Entstehung von Demenz und Depressionen. Alleine in Großbritannien gibt es etwa 850.000 Menschen mit Demenz und es wird angenommen, dass die Zahl bis zum Jahr 2025 auf eine Million ansteigen wird. (as)

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