Vor allem ältere Patienten informieren sich vermehrt über Gesundheitsthemen

Alfred Domke
Fast jeder zweite Deutsche informiert sich öfter in Sachen Gesundheit
Fast die Hälfte der Deutschen informiert sich heutzutage öfter über Gesundheitsthemen als noch vor wenigen Jahren. Insbesondere ältere Menschen machen sich in dem Bereich häufiger schlau. Dies wohl auch deshalb, um besser einschätzen zu können, welche Therapien für sie sinnvoll sein könnten.

Gesundheitsrecherche im Internet
Worauf könnten diese pochenden Kopfschmerzen hindeuten? Welche Hausmittel bei Erkältung wirken am besten? Und was heißt es, wenn der Arzt eine „Sinusitis“ diagnostiziert? Fragen wie diese führen oft dazu, dass Betroffene Rat und Informationen suchen. Meist bilden Internetportale die erste Anlaufstelle bei der Gesundheitsrecherche. Patienten sind heutzutage allgemein interessierter in Sachen Gesundheit. Das hat auch eine aktuelle Umfrage gezeigt.

Viele Bundesbürger informieren sich heutzutage viel öfter über Gesundheitsthemen als noch vor wenigen Jahren. Häufig wird das Internet für die Gesundheitsrecherche genutzt. (Bild: contrastwerkstatt/fotolia.com)

Deutsche informieren sich häufiger über Gesundheitsthemen
In einer repräsentativen Umfrage des deutschen Gesundheitsmonitors des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) im zweiten Quartal 2017 gab fast jeder zweite Deutsche (44 Prozent) an, sich heutzutage häufiger über Gesundheitsthemen zu informieren, als es noch vor zwei bis drei Jahren der Fall war. Nur jeder Siebte informierte sich seltener (15 Prozent).

Vor allem gaben Personen in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen an, sich im Vergleich zu den Vorjahren häufiger schlau zu machen.

„Möglicherweise können Patienten damit auch besser als früher einschätzen, welche Therapie für sie infrage kommt. Gerade für die Selbstmedikation mit rezeptfreien Arzneimitteln ist das besonders relevant“, meinte Dr. Hermann Kortland, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BAH, in einer Mitteilung.

Jedes zweite in Apotheken abgegebene Arzneimittel rezeptfrei
Wie es in der Mitteilung der Arzneimittel-Hersteller heißt, erhalten Patienten mit rezeptfreien Arzneimitteln schnelle Hilfe in der Apotheke ohne lange Wartezeiten beim Arzt.

„Der Apotheker klärt die Patienten dann über den Nutzen und die Grenzen der Arzneimitteltherapie auf“, so Kortland.

Die Eigentherapie von Krankheiten ohne ärztlichen Rat wird von anderen Experten allerdings auch kritisch gesehen. Die Selbstmedikation kann gefährlich werden.

Laut dem BAH ist mittlerweile jedes zweite in Apotheken abgegebene Arzneimittel rezeptfrei. Im Jahr 2016 gingen 741 Millionen Packungen an rezeptfreien Arzneimitteln an Patienten. Dies ist ein Anstieg um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (ad)