Vorsatz für das nächste Jahr: Den Konsum von Snacks und Softdrinks reduzieren

Fabian Peters

Deutsche Leberstiftung: XXL-Größen bei Snacks und Softdrinks vermeiden

Viele Menschen machen einen gesünderen Lebensstil zu ihrem Vorsatz für das neue Jahr. Ein erster wichtiger Schritt könnte hier der Verzicht auf Snacks und Softdrinks sein. Insbesondere gelte es, die XXL-Größen dieser Produkte zu vermeiden, mahnt die Deutsche Leberstiftung. Zwar liegen Übergrößen bei den Herstellern derzeit im Trend, doch sei eher zu der Formel „Less is More“ anstatt zu „XXL“ zu raten.


Zuckerhaltige Snacks und Getränke sind überall erhältlich und immer häufiger werden die Verpackungsgrößen in Richtung von XXL-Formaten angepasst, berichtet die Deutsche Leberstiftung. „Ob die Zweiliterflasche zuckerhaltige Limonade oder die 300 Gramm-Tafel Schokolade, Erwachsene und Kinder verzehren immer mehr Zucker“, so die Kritik der Stiftung. Der XXL-Trend bei den Lebensmitteln spiegele sich dabei leider auch im Organ Leber der XXL-Fans wider. So seien die Zahlen der großen und kleinen Patienten, die eine nicht-alkoholische Fettleber im „XXL-Format“ entwickeln, alarmierend. Hier rät die Stiftung daher ausdrücklich zu einem Verzicht auf die XXL-Größen bei Snacks und Softdrinks.

Ungesunde Ernährung schädigt die Leber. Snacks und Softdrinks in XXL-Format gilt es daher laut Angaben der Deutschen Leberstiftung zu meiden. (Bild: magicmine/fotolia.com)

Alarmierende Entwicklung bei der „nicht-alkoholischen Fettleber“

Der westliche Lebensstil, geprägt durch zu wenig körperliche Betätigung und ein überreiches zuckerhaltiges Nahrungsangebot, zählt zu den wesentlichen Ursachen für die alarmierenden Zahlen bei der Erkrankung „nicht-alkoholische Fettleber“, berichtet Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung „Die Betroffenen entwickeln das sogenannte metabolische Syndrom, eine Risiko-Kombination aus Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Diabetes, die sehr häufig auch auf die Leber einen sehr negativen Effekt hat“, so der Experte weiter.

Ein Drittel der Erwachsenen hat eine vergrößerte Leber

Alkoholkonsum ist die wohl bekannteste Ursache für Leberschäden, doch auch falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht können die Leber schädigen und verfetten. „Wenn die Leber mehr Giftstoffe wie zum Beispiel Alkohol verarbeiten oder mehr Zucker und Fette aufnehmen muss, als sie abbauen oder speichern kann, lagert sich zusätzlich Fett im Lebergewebe ab“, erläutern die Experten. Schon heute zeige etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland eine durch Fetteinlagerung vergrößerte Leber und die Zahl nehme stetig zu. Zudem leide bereits jedes dritte übergewichtige Kind an dieser Krankheit, die in drei Stufen verläuft.

Verschiedene Stadien der Fettleber

Die Stadien der Leberverfettung beginnen laut Aussage der Experten zunächst mit einer reinen Fettleber, die keine entzündlichen Reaktionen aufweist. „In der zweiten Phase, die jeder zweite Betroffene entwickelt, zeigt die Leber bereits entzündliche Reaktionen“, so die Deutsche Leberstiftung weiter. In diesem Fall sei von einer Steatohepatitis oder auch Fettleberhepatitis die Rede. Diese werde unterschieden in eine „nicht-alkoholische Fettleberentzündung“ (NASH) und eine durch Alkoholkonsum verursachte „alkoholische Fettleberentzündung“ (ASH). In etwas zehn Prozent der Fälle entwickelt sich in dem dritten Stadium der Erkrankung aus der Steatohepatitis zunächst eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) und dann eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber). Nicht zuletzt droht Leberzellkrebs als Folgeerkrankungen einer entzündeten Fettleber.

Regeneration der Leber möglich

Die Umstellung der Ernährung kann für eine Entlastung der Leber sorgen, so dass das Organ Zeit zur Regeneration hat. Der Verzicht auf den übermäßigen Konsum von Snacks und Softdrinks ist demnach ein guter Vorsatz für das neue Jahr. Im besten Fall kann sich eine vorliegende Fettleber oder auch eine Fettleberentzündung mit der Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und des Lebensstils zurückbilden, berichtet die Deutsche Leberstiftung. Als Maßnahmen seien je nach Ursache der Fettleber unter anderem eine kontrollierte Gewichtsreduktion, eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und ein Alkohol-Verzicht erforderlich.

Leberwerte kontrollieren lassen

„Ich weiß, dass es nicht einfach ist, Gewohnheiten wie den Genuss von süßen Snacks zwischendurch zu ändern, doch vielleicht gibt ein Arztbesuch mit einer Kontrolle der Leberwerte bei einer Blutuntersuchung den notwendigen Motivationsschub zu einem gesünderen Leben ab 2018“; so Professor Manns. Schließlich könne eine Fettleber in der Regel durch eine Lebensstiländerung wieder ausheilen und sich eigenständig regenerieren und „es muss nicht immer XXL sein beim Genießen“, betont der Experte. (fp)