Vorsicht bei chromgegerbtem Leder bei Allergie

Alfred Domke

Vorsicht vor chromgegerbtem Leder bei Kontaktallergie

27.06.2013

Menschen, die unter einer Kontaktallergie leiden, sollten bei Lederprodukten wie Schuhen oder Handschuhen möglichst auf pflanzlich gegerbte Produkte zurückgreifen. Chromgegerbtes Leder könne nämlich laut Stiftung Warentest möglicherweise zu Hautausschlägen führen.

Jeder fünfte Kinderschuh hätte nicht verkauft werden dürfen
Für die Juliausgabe ihrer Zeitschrift „test“ hat die Stiftung Warentest 60 exemplarisch ausgewählte Lederprodukte untersucht, darunter je 20 Kinderschuhpaare, Leder-Arbeitshandschuhpaare und Lederarmbanduhren. Dabei fand sich darin oft Chromat VI, ein Stoff, der Allergien auslösen kann. Von den getesteten Produkten enthielt jeder fünfte Kinderschuh und jeder dritte Arbeitshandschuh so große Mengen Chrom VI, dass sie nicht hätten verkauft werden dürfen. Sogar um das zwanzigfache wurde der Grenzwert von dem Handschuh der Firma „Gebol“ überschritten. Für Chrom VI in Lederprodukten ist in Deutschland eine Grenze von 3 mg pro Kilogramm festgelegt worden.

Eine halbe Million Betroffene
In Deutschland haben etwa eine halbe Million Menschen unter einer Chrom-VI-Sensibilisierung zu leiden. Da Chromat früher häufig in zementhaltigen Baustoffen auftauchte, ist die Allergie auch unter dem Namen Maurerkrätze bekannt. Bei Hautkontakt kann es zu Rötungen und Juckreiz kommen, die manchmal schnell in schmerzhafte Hautrisse übergehen. Neben Nickel und Duftstoffen gehört Chrom VI zu den häufigsten Kontaktallergenen. Aus Chrom III, das heutzutage üblicherweise zum Haltbarmachen der Tierhaut verwendet wird, könne unter Umständen Chrom VI entstehen. Die Substanz gelange dann beim Schwitzen auf die Haut und irritiere diese. Ein Schutz durch Socken oder Futter sei dabei kaum vorhanden.

Pflanzlich gegerbtes Leder – oder Verzicht
Für die Betroffenen sei pflanzlich gegerbtes Leder besser geeignet. Die Warentester erläuterten jedoch, dass es sich dabei bislang um ein Nischenprodukt handle. Deshalb wird empfohlen, gezielt danach zu fragen oder auf Prüfsiegel wie das der Europäuschen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) oder das IVN-Zertifikat Naturleder zu achten. Eine andere Alternative wäre, möglichst auf Leder-Produkte zu verzichten. So gibt es in vielen Bereichen andere Möglichkeiten, wie Stoffschuhe, Metalluhrarmbänder oder Latex-Arbeitshandschuhe. (ad)

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Bild: Petra Bork / pixelio.de