Vorsicht vor gefälschten Medikamenten

Heilpraxisnet

Vorsicht vor gefälschten Medikamenten aus dem Internet.

Apothekerverbände warnen derzeit vor gefälschten Medikamenten, die zum Teil lebensgefährlich sein können. Vor allem werden solche Arzneimittel-Plagiate im Internet vertrieben.

Der Verkauf von Medikamenten im Internet boomt. Neben seriösen Anbietern tummeln sich allerdings immer mehr dubiose Anbieter, die vor allem illegal hergestellte Arzneimittel vertreiben. Ein Anhaltspunkt für verdächtige Internetapotheken ist die Herkunft im Impressum. „Wer Medikamente über dubiose Internetadressen in exotischen Ländern bestellt, läuft Gefahr, nicht nur seine Gesundheit zu ruinieren, sondern sein Leben zu riskieren“, sagt Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: „Die sicherste Quelle für ein Medikament – ob rezeptpflichtig oder nicht – ist und bleibt die Apotheke um die Ecke.“ Ist überhaupt kein Impressum angegeben, sollte man tunlichst die Finger davon lassen.

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Laut dem Bundeskriminalamt existieren im Internet „unzählige Seiten“ für Verbraucher in Deutschland: „Die professionelle Aufmachung der illegalen Seiten erschwert es dem Kunden, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden.“ Allein 100 Websites habe das BKA bereits identifiziert, „auf denen mutmaßlich deutsche Anbieter illegale Arzneimittel zum Verkauf anbieten“.Vor allem werden sogenannte lebensverlängernde, leistungssteigernde Medikamente und Arzneimittel zum Muskelaufbau angeboten. Ferner finden sich auch zahlreiche vermeintlich Mittel gegen Haarausfall, zur Abnahme von Gewicht sowie Potenzmittel. Wie das BKA weiter mitteilte, wurden bislang 500 Paketsendungen mit rund 30.000 Tabletten sichergestellt. Neben einer erheblichen Anzahl an Potenzmitteln und Dopingsubstanzen wurden laut Behörden auch Mittel gegen Depressionen, Schmerzmittel und Antiallergika entdeckt. Der Zoll verzeichnet eine steigende Tendenz im illegalen Handel mit Arzneimittel. Allein im letzten Jahr stieg die Anzahl der vermeintlichen Medikamente um 58 Prozent. (sb, 19.10.2010)