Vorsicht vor Gelbes Branchenbuch 2011

Sebastian

Der Bund Deutscher Heilpraktiker warnt vor neuer Abzocke

10.08.2011

Der Bund Deutscher Heilpraktiker e.V. warnt derzeit vor einer neuen Abzocke-Masche. In den letzten Wochen haben zahlreiche Heilpraktiker und Therapeuten Post von einem ominösen Anbieter erhalten. Dieser offeriert in seiner Mail zunächst kein offensichtliches Angebot, sondern fordert zur Bestätigung eines Eintrages im „Gelben Branchenbuch 2011“ auf.

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In der Betreff-Zeile der Mail steht: "Ihr Eintrag im Gelben Branchenbuch 2011". Im nachfolgenden Text wird der Empfänger persönlich angesprochen:

Sehr geehrte Firma xxx Heilpraktiker,
gemäß § 33 des deutschen Bundesdatenschutzgesetzes informieren wir Sie über Ihren Eintrag im Gelben Branchenbuch 2011.

Firmenname : xxx
Firmenzusatz : ….
Branche : ….
Anschrift : xxx
Region : xxx
Telefon : …..
Telefax: …..
E-mail: …..
URL (Web) : …..

Wir bitten Sie freundlichst, die Daten zu überprüfen sowie den Anhang und diesen gegebenenfalls an uns per Fax zu retournieren. Sofern Sie die Datei nicht öffnen können, schauen Sie bitte ggf. unter dem folgenden Link: …..Mit freundlichen Grüßen Ihr Gelbes Branchenbuch Team"

Im Anhang der Mail ist ein PDF Formular, dass dem Branchenbuch „Gelbe Seiten“ nicht unähnlich sieht. Erst wenn man den nachfolgenden Text genauer durchliest, wird deutlich, dass hier eine sehr hohe Summen für den Eintrag verlangt wird. „Mit Ihrer Unterschrift bestellen Sie einen kostenpflichtigen "Business Premium Eintrag" im Verzeichnis www.gelbesbranchenbuch.com für 780,00 EUR zzg. MWSt. für mindestens 2 Jahre (Gesamtkosten also mindestens 1.856,40 EUR!).“ Etwas weiter findet man noch folgenden freundlichen Hinweis: "Das Gelbe Branchenbuch steht mit den Gelben Seiten der Gelbe Seiten Zeichen GbR (DeTeMedien) in keiner geschäftlichen Beziehung." "Auftragnehmer & Vertragspartner: GBB Ltd., Trust Company Complex, Ajeltake Rd., Ajeltake Island, Majuro, Marshall Islands, MH 96960. Company Number: 37214."

Bevor man also einen solchen Vertrag per Fax versendet oder online per Eingabeformular bestätigt, sollten die Bedingungen genau durchgelesen werden. Die wahrscheinliche Masche dahinter: Einzelne Kleinunternehmer oder Heilpraktiker schauen im Berufsalltag nicht jede Mail oder jedes Anschreiben genau durch. Da eine farbliche Ähnlichkeit zu den "Gelben Seiten" der Deutschen Post besteht, denken manche, es sei ein Eintrag für die „Gelben Seiten“ und "bestätigen die Angaben". Aber eigentlich wird eine Vertrag unterschrieben, der zu einer Zahlung verpflichtet. Wer bereits ein solches Anschreiben erhalten hat, sollte sich anwaltschaftlich beraten lassen. Die Chancen stehen nicht schlecht, da sich das Unternehmen im Ausland aufhält und eine Durchsetzungsklage in Deutschland aller Erfahrung nach unwahrscheinlich ist. (sb)

Bild: Harry Hautumm / pixelio.de