Medizin: Warme Nasen schützen vor Erkältungen

Heilpraxisnet

Schutz vor Erkältungen: Nase warm halten

08.01.2015

Erwachsene in Deutschland sind jährlich durchschnittlich zwei bis fünfmal erkältet. Darüber, wie man sich vor den unangenehmen Auswirkungen einer Erkältung, wie Schnupfen, Halsschmerzen und Kopfschmerzen am besten schützen kann, sind sich Experten oft uneinig. Einer Untersuchung aus den USA zufolge ist es sinnvoll, die Nase warm zu halten, um sich vor Viren zu schützen.

Experten- und Laien-Tipps gegen Erkältungen
Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Rachenschmerzen und Abgeschlagenheit: Im Durchschnitt sind erwachsene Deutsche zwei bis fünfmal im Jahr erkältet. Experten und Laien haben oft Tipps parat, wie man sich am besten vor einer Erkältung schützt. Die einen setzen auf alte Hausmittel und andere meinen, das Immunsystem stärken sei der beste Schutz. Ein weitere Ansatz ist es, Stress möglichst zu vermeiden und viel zu schlafen. Wie eine Untersuchung aus den USA nun zeigt, ist es sinnvoll, die Nase warm zu halten, um sich vor Erkältungen zu schützen.

Warme Nase kann vor Viren schützen
Dass Schnupfenviren nur selten Infektionen in den Lungen verursachen, wurde bislang mit der temperaturabhängigen Vermehrung der Viren erklärt, die in der Schleimhaut der kühleren Nasenhöhlen schneller abläuft als in den wärmeren tiefen Atemwegen. Dies schreibt der „Tagesspiegel“ in einem aktuellen Beitrag. Forscher in den USA haben nun jedoch gezeigt, dass auch die angeborene Immunabwehr eine wesentliche Rolle spielt. So war die Abwehr von Schleimhautzellen nach einer Infektion mit einer Infektion durch Rhinoviren bei 33 Grad deutlich schwächer als bei 37 Grad, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) berichten. Es könnte demnach sinnvoll sein, im Winter die Nase warm zu halten, um sich vor Schnupfenviren zu schützen.

Körpereigene Immunabwehr bei niedriger Temperatur geringer
„Generell scheint die angeborene Immunantwort auf die Virusinfektion umso schwächer zu sein, je niedriger die Temperatur ist“, so Akiko Iwasaki von der Universität Yale in New Haven. Als die Forscher kultivierte Schleimhautzellen der Atemwege von Mäusen mit Rhinoviren infizierten, bestätigte sich, dass sich die Viren bei der menschlichen Körperkerntemperatur von 37 Grad schlechter vermehrten als bei 33 Grad, wie sie für die Nasenhöhlen typisch sind. „Je geringer die Temperatur, desto geringer scheint die körpereigene Immunantwort auf die Viren zu sein“, erläuterte Akiko Iwasaki, Professor für Immunbiologie und Hauptautor der Studie, der „Welt“ zufolge.

Bei Kälte warm anziehen
Es scheint sogar so, dass sich die niedrigeren Temperaturen stärker auf die Abwehr in den Zellen auszuwirken als auf die Vermehrung der Viren an sich. Die Forscher nehmen an, dass für die Mäusezellen dasselbe gilt wie für Zellen aus menschlichen Atemwegen, und empfehlen, sich bei Kälte warm anzuziehen. Man sollte die Nase besser bedecken, wenn man sich nicht erkälten will. Noch ist nicht geklärt, ob die Resultate der Untersuchung auf andere virale Erreger von Atemwegsinfektionen übertragbar sind oder ob sie nur für Schnupfenviren zutreffen. Einen generellen Immunschutz gegen Schnupfen gibt es ohnehin nicht. (ad)

Bild: wolla2 / pixelio.de