Experten: Warnsignale von Asthma erkennen

Fabian Peters
Bei Symptomen wie anhaltendem Husten und Atembeschwerden an Asthma denken

Wer ständig husten muss und schlecht Luft bekommt, denkt meist zuerst an eine „harmlose“ Erkältung. Doch halten die Symptome länger an, kann es sich auch um Asthma bronchiale handeln. Dementsprechend ist es oft nicht leicht, die Beschwerden richtig einzuordnen. Anlässlich des heutigen Welt-Asthma-Tages erklären Experten aus aller Welt, woran eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege erkennbar ist.

Chronisch entzündete Bronchialschleimhaut sorgt für überempfindliche Atemwege
Ständiger Husten, Atembeschwerden und ein Engegefühl in der Brust: Oft werden Symptome wie diese für einen vorübergehenden grippalen Infekt gehalten. Ebenso kann es sich jedoch auch um ein Warnzeichen für Asthma bronchiale handeln, wobei u.a. zäher Schleim und eine anfallartig auftretende Atemnot weitere typische Merkmale sind. „Bei Asthmatikern ist die Bronchialschleimhaut dauerhaft entzündet. Dadurch sind die Atemwege überempfindlich“ erklärt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“.

Dementsprechend bekämen „Betroffene gerade dann schlecht Luft, wenn geraucht werde, hohe Luftfeuchtigkeit herrsche oder jemand sehr viel Parfüm trage.“

Asthma-erkennen

Symptomatik bei „einfacher“ Erkältung nach ein bis zwei Wochen abgeklungen
Ob es sich um einen „normalen“ grippalen Infekt oder Asthma handelt, ist teilweise auch für Experten auf den ersten Blick nicht klar erkennbar. Aufschluss gibt jedoch die Dauer der Beschwerden, denn bei einer Erkältung seien diese laut Lämmel nach ein bis zwei Wochen wieder verschwunden. Wer hingegen länger als 14 Tage unter den typischen Symptomen leide, sollte besser einen Arzt aufsuchen, um beispielsweise mithilfe eines Lungenfunktionstests prüfen zu lassen, ob Asthma vorliegt.

Emotionale Belastungen können Asthmaanfälle auslösen
Wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund informiert, werde „dabei zwischen dem allergischen (extrinsischen) und dem nicht-allergischen (intrinsischen) Asthma unterschieden, wobei auch Mischformen möglich sind“. Bei ersterem sind meist Allergien die verursachenden Faktoren für die Entstehung, wie zum Beispiel Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen oder Schimmelpilze. Bei Erwachsenen spielen zum Teil auch so genannte „Berufsallergene“ eine wichtige Rolle, betroffen sind hier z.B. Bäcker, Landwirte oder Reinigungspersonal. Das nicht-allergische Asthma werde hingegen „in vielen Fällen durch Infekte begünstigt, zudem würden bei Betroffenen häufig eine Nasennebenhöhlenentzündung, Nasenpolypen oder eine Acetylsalicylsäure-Unverträglichkeit („ASS-Intoleranz“) vorliegen“. Hinzu kämen weitere Risiko-Faktoren wie z.B. das Wetter, chemische Reizstoffe sowie emotionaler Stress, durch welchen Asthmaanfälle ausgelöst oder bestehende asthmatische Beschwerden verstärkt werden können.

Asthmatiker sollten auf Warnsignale des Körpers achten
Ist eine Asthmaerkrankung bereits bekannt, müssten sich Betroffene jedoch einem „Anfall nicht tatenlos ergeben“, sondern könnten diesem stattdessen aktiv begegnen, so der DAAB weiter. Hierfür sei es jedoch notwendig, dass die Patienten ihren Körper genau kennen und lernen, auf Warnsignale für einen bevorstehenden Anfall zu achten. Zu diesen gehören unter anderem eine Abnahme der körperlichen Belastbarkeit (z.B. beim Treppen steigen oder Sport), zunehmende Atemnot besonders in der Nacht und nach körperlicher Belastung sowie verstärkter Husten mit Auswurf. Auch sinkende bzw. schwankende „Peak-Flow-Werte“ könnten einen Asthmaanfall ankündigen, ebenso wie Anzeichen eines Infekts oder ein steigender Verbrauch des Notfallsprays.

Global Initiative for Asthma“ initiiert Welt-Asthma-Tag am 5. Mai
Trotz intensiver Forschung gibt es bis heute keine Möglichkeit, Asthma vollständig zu heilen. Dennoch ist die Erkrankung in der Regel durch Medikamente gut behandelbar. Bei dieser geht es vor allem darum, die chronische Entzündung sowie die Verengung der Atemwege zu verringern und die bronchiale Überempfindlichkeit zu vermindern. Neben dem kommen auch unterstützende, nichtmedikamentöse Maßnahmen wie z.B. spezielle Patientenschulungen zum Einsatz, in denen Betroffene lernen, die Warnsignale des Körpers besser einschätzen zu können. Ebenso werden körperliches Training oder Tabakentwöhnung angeboten, hilfreich sind oft auch verschiedene Entspannungs- und Atemtechniken, um einen besseren Umgang mit der Krankheit und wieder mehr Lebensqualität zu erreichen. Um das Bewusstsein für Asthma weltweit zu stärken und die Versorgung von Betroffenen zu verbessern, organisiert zudem die „Global Initiative for Asthma“ (GINA) jährlich den „Welt Asthma Tag“, welcher am heutigen 5. Mai unter dem Motto „Du kannst Dein Asthma kontrollieren“ stattfindet. (nr)

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Bildnachweis: Dieter Schütz  / pixelio.de