Warnung vor Schlankheitspillen „Fat Napalm Bomb“

Sebastian

Verbraucherminister warnt vor Schlankheitspillen

22.06.2012

Der rheinland-pfälzische Verbraucherschutzminister Jochen Hartloff warnt vor dem Kauf und Konsum von sogenannten Schlangheitspillen mit der Bezeichnung „Fat Napalm Bomb“. Gesundheitsbehörden entdeckten in unterschiedlichen Internetshops das Nahrungsergänzungsmittel. Diese versprechen eine „Befreiung von Toxinen im Körper“, eine „verbesserte Verbrennung von Fett“, eine vermeintliche „Ankurbelung des Stoffwechsels“ und“ verringerten Appetit“. Im Labor konnten jedoch Experten feststellen, dass diese Pillen den Wirkstoff „Sibutramin“ enthalten. Mehrere Studien waren zu dem Ergebnis gelangt, dass der benannte Stoff das Risiko von kardiovaskulären Vorfällen erheblich steigert. Auch Todesopfer sind durch die Einnahme von „Sibutramin“ bereits zu beklagen.

Im Internet werben zahlreiche Shops mit Diät-Pillen jeglicher Art. Immer wieder warnen Verbraucherschützer vor dem Verzehr derartiger Präparate. Vielfach enthalten diese Stoffe, von denen zum Teil erhebliche Gesundheitsgefahren ausgehen. Aktuell warnt das Verbraucherschutzministerium in Rheinland-Pfalz vor den vermeintlich diätetischen Pillen mit der Bezeichnung „Fat Napalm Bomb“. Das Landesuntersuchungsamt habe bei einer Analyse des Nahrungsergänzungsmittels den gesundheitsschädlichen Arzneimittelwirkstoff „Sibutramin“ nachgewiesen, wie Verbraucherminister Jochen Hartloff in Mainz mitteilte. Die „unwissentliche Einnahme von Sibutramin ist für Verbraucher brandgefährlich“, erklärte der Minister. Auf zahlreichen Internetseiten werde in deutscher Sprache für das Produkt geworben. Zu lesen sei, dass die Pillen gesundheitlich unbedenklich seien und nur aus pflanzlichen Stoffen wie roten Pfefferextrakt, Kürbis, Zitrone etc. bestehen. Es werde suggeriert, das Mittel sei quasi ein Naturheilkunde-Produkt. Ein Hinweis auf den Arzneistoff Sibutramin fehle fast immer.

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Keine Pillen im Internet kaufen
Immer mehr Webseiten bieten Waren an, die schnell und einfach per Mausklick bestellt werden können. Auch im Bereich Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und Ernährung wachse das Angebot, so der Minister. Nicht immer ist für den potentiellen Käufer ersichtlich, ob es sich bei den beworbenen Produkten um „Originalpräparate oder minderwertige Produktfälschungen handelt.“ Schlimmstenfalls enthielten die Pillen Stoffe, die zu gefährlichen Nebenwirkungen führen. Einige Anbieter versuchen das Web dafür auszunutzen, um ihre zweifelhaften Waren durch die vorherrschende Anonymität anzubieten. Gesetzgebungen stoßen dabei an ihre Grenzen: “Eine wirkungsvolle Kontrolle sämtlicher im Internet vertriebenen Nahrungsergänzungsmittel stößt schon deshalb an ihre Grenzen, weil Hersteller oder Vertreiber, die ihren Sitz im Ausland haben, schlicht nicht erreicht werden können”, betonte der Minister.

Das trifft auch auf das Mittel “Fat Napalm Bomb“ zu. Mit einem „zynischen Namen“ wird damit geworben, dass mit angeblich „rein natürlichen Inhaltsstoffen die Fettverbrennung angeregt wird.“ Die Packung ist nur mit kyrillischen und asiatischen Schriftzeichen bedruckt. Ein Hinweis in deutscher Sprache, dass Sibutramin enthalten ist, fehle aber. “Die unwissentliche Einnahme von Sibutramin ist für Verbraucher aber brandgefährlich”, warnte Hartloff.

Bluthochdruck und Herzinfarkt
Im Jahre 2010 hatte der Arzneistoff keine Zulassung in der Europäischen Union erhalten. Studien hatten ermittelt, dass Konsumenten in Folge an Bluthochdruck litten und einen Herzinfarkt bekamen. Werden gleichzeitig Psychopharmaka eingenommen drohen zudem gefährliche Wechselwirkungen. „Auch Todesfälle sind bekannt“, so der Verbraucherschutzminister.

Verbraucher sollten immer misstrauisch sein, wenn derartige Produkte „aggressiv beworben werden“. Dazu gehören „schnelle und unrealistische Erfolgsversprechen sowie eine Internet-Exklusivität“. Letzteres bedeute oft nur, dass das Mittel nicht für den regulären Handel in Deutschland zugelassen ist. (sb)