Warnung vor Spam-Mails mit günstigen PKV Tarifen

Sebastian

Verbraucherschützer warnen vor Spam-Mails mit Lockangeboten der Privaten Krankenversicherung

17.06.2011

Im nächsten Monat will sich Klaus Meyer selbstständig machen. Hierfür plant er einen Wechsel von der gesetzlichen in die privaten Krankenversicherung. Eine Email vom „Verbraucherservice“ kam dabei gerade richtig. „Nur 59 Euro im Monat soll eine Vollversicherung kosten“, berichtete Meyer. Das jedenfalls stand in der Mail. Solche und ähnlich Emails bekommen derzeit Hunderttausende Bundesbürger beinahe täglich. Verbraucherschützer warnen nun vor einer Welle von sogenannten Phishing-Mails, die nur darauf aus sind, die Daten des Betroffenen zu klauen.

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Vorsicht bei günstigen PKV-Angeboten
Derzeit offerieren Spam-Mails äußerst günstige PKV Vollversicherungen. Den Empfängern werden besonders günstige Tarife der privaten Krankenversicherer in Aussicht gestellt, berichtet die Verbraucherschutzzentrale Nordrhein-Westfalen. Um Vertrauenswürdig zu erscheinen, werben die Absender mit Begriffen wie „Verbraucherservice“. Damit soll möglicherweise suggeriert werden, dass die Mail von der Verbraucherschutzzentrale versandt wurde. „Viele Menschen haben sich an uns gewandt, weil sie glaubten, dass es sich um eine Aktion der Verbraucherschützer handelt“, erklärte die Justiziarin der NRW-Verbraucherzentrale, Dr. Gabriele Gärtner.

In den Emails wird von sogenannten Volks-Versicherungen gesprochen. So heißt es beispielsweise: "Privatpatient ab 59 Euro im Monat – die neue Volks-Versicherung." In der Mail versehen ist ein Link zu einem angeblichen Versicherungsvergleich. Klicken die Empfänger den Link an, so werden sie auf einer Folgeseite zur Eingabe ihrer vertraulichen Daten aufgefordert. Zunächst solle man Angaben wie Vor- und Nachname liefern. Danach folgt die Adresseingabe, Email, Telefonnummer und Beruf. „Wer alle Daten in die Maske eingibt und auf den Vergleichs-Button klickt, liefere seine Daten an Unbekannte ab“, so die Warnung der Verbraucherschützer. Statt dem versprochenen Tarifvergleich erhalte aber man nichts weiter. Demnach sind die Versender nur darauf aus, die Daten zusammeln. Aus diesem Grund solle niemand den Link betätigen, geschweige denn das Onlineformular ausfüllen.

Verband der Privaten Krankenversicherungen warnt
Nicht nur die Verbraucherzentrale warnt vor derartigen Onlineformularen. Auch der Verband der privaten Krankenversicherer (PKV) warnt in seiner Mitgliederzeitschrift vor den Datensammlern der Adresshändler. Die Händler verkaufen die Daten an zahlreiche Vertriebe weiter. Unter Umständen werden Verbraucher im Anschluss mit einer Vielzahl von Werbung per Email, Post und Telefonanrufen bombardiert.

So erging es auch Herrn Meyer. Nachdem er die Sache der Verbraucherzentrale gemeldet hatte erfuhr er auch gleich, dass man dort gegen eine geringe Gebühr einen unabhängigen Vergleich der privaten Krankenversicherungen durchführen kann. „Dort sagte man mir, dass eine vollwertige PKV für 59 Euro monatlich völlig utopisch sei“. Allein das unseriöse Angebot sollte aufhorchen lassen. „Selbst sehr günstige Angebote liegen deutlich darüber“. Sogenannte Lockangebote verfügen über massive Leistungslücken. Wer demnach als Freiberufler eine private Krankenversicherung wählt, muss mit mindestens 230 bis 330 Euro pro Monat rechnen. Zusätzlich kommt eine Selbstbeteiligung von 100 bis 1000 Euro hinzu.

Werbemails am Besten gleich wieder löschen
Wer von ständigen Spam-Mails betroffen ist, kann sich auch wehren. Denn der Versand solche unerwünschten Werbemails ist gesetzlich verboten. In den meisten Fällen sitzen die Versender im nicht EU-Ausland, so dass eine rechtliche Verfolgung nahezu ausgeschlossen ist. Daher wird die Verbraucherzentrale nicht gegen den Versender vorgehen, weil die Aussichten auf eine Verurteilung nahezu gen Null tendieren. Verbraucher sollten sich allerdings einen Spamfilter zu legen und über einen ausreichenden Virenschutz verfügen, um den Computer vor Viren zu schützen. Wer dennoch Mails erhält, sollte diese einfach löschen und auf keinen Fall öffnen. (sb)