Schokolade kann glücklich machen

Astrid Goldmayer

Forscher sind dem Wirkmechanismus von Schokolade auf der Spur

05.12.2013

Schokolade macht glücklich. Das belegt ein Computermodell eines Jenaer Wissenschaftlers. Demnach ist eine Aminosäure, die in Kakao enthalten ist, dafür verantwortlich, in dem sie die zur Bildung von Serotonin im Körper führt. Schokolade wirkt aber nicht nur stimmungsaufhellend, sie hat auch positive Effekte auf den Blutdruck. Nach wie vor arbeiten Forscher daran, die unterschiedlichen Wirkmechanismen von Schokolade wissenschaftlich zu erklären.

Schokolade wirkt wie ein Feuerwerk im Kopf
Bei der Betrachtung der Inhaltsstoffe von Schokolade fällt auf, dass sie neben unterschiedlich hohen Kakao-Anteilen vor allem Kohlenhydrate in Form von Zucker und Fetten enthält. Diese energiereiche Kombination hat schon bei manch einem „Schokoholic“ für unerwünschtes Hüftgold gesorgt. Statistiken zufolge isst jeder Deutsche im Schnitt zehn Kilo Schokolade pro Jahr. Vor allem in der Weihnachtszeit erfreuen sich schokoladige Leckereien größter Beliebtheit. Professor Swen Hesse von der Universität Leipzig untersuchte den Effekt von Schokolade auf das Gehirn. Dabei kam er zu dem Schluss, dass Schokolade und Zucker eine „Lichtorgie“ im Gehirn auslösen, was vor allem in der dunklen Jahreszeit als eine Art Ersatz für das Tageslicht wirken kann. Anhand von Aufnahmen des Gehirns konnte der Nuklearmediziner ein wahres Feuerwerk im Kopf beobachten, das stimmungsaufhellend wirkt.

Aminosäure in Schokolade fördert Serotonin-Ausschüttung im Körper
Einer neuen Studie von Professor Stefan Schuster von der Universität Jena und seinem Team zufolge basieren die Glücksgefühle, die Schokolade auslöst, auf der Aminosäure Tryptophan, die für die Bildung von Serotonin verantwortlich ist. Serotonin wirkt im Gehirn positiv auf die Stimmung. Tryptophan kann nicht vom Körper gebildet werden und muss deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Aminosäure ist unter anderem in Schokolade, Bananen, Sojabohnen, Milchprodukten, Fisch, Eiern und Geflügel enthalten. Schuster entwickelte ein Computermodell zum Tryptophan-Stoffwechsel, da der Wissenschaftler mit seinen Kollegen im Fachmagazin im „Journal of Biological Chemistry“ vorstellt.

Schokolade wirkt aber nicht nur stimmungsaufhellend. Die Inhaltsstoffe der Leckerei haben zahlreiche weitere Effekte. So wirkt das Theobromin aus der Kakaobohne anregend. Während die in Schokolade enthaltene Menge für Menschen ungefährlich ist, birgt der Stoff für Hunde und Katzen eine große Gefahr. Sie können sogar daran sterben. Tierärzte warnen aus diesem Grund Tierbesitzer davor, ihre Haustieren mit Schokolade zu belohnen.

Eine Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung aus dem Jahr 2010 hat ergeben, dass der tägliche Verzehr von etwa sechs Gramm Schokolade pro Tag, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt um fast 40 Prozent reduzieren kann. Die Wissenschaftler vermuten, dass der positive Effekt auf sogenannte Flavanole zurückzuführen ist, die die Elastizität der Blutgefäße erhöhen und den Blutdruck beeinflussen.

Schokolade kann Heißhunger begünstigen
Schokolade ist nicht nur äußerst lecker, sie birgt auch ein ungeahntes Suchtpotential wie Forscher 2012 im Fachmagazin Current Biologie“ berichteten. Im Rahmen ihrer Untersuchung an Ratten fanden sie heraus, warum der Verzicht auf Schokolade so schwer fällt. Demnach führt bereits der Anblick der Leckerei dazu, dass im Gehirn eine opiumähnliche Substanz, das sogenannte Enkephalin, ausgeschüttet wird. Bei Tierversuchen verursachte das Neuropeptid ungezügelte Fressattacken. Den Forschern zufolge löst der Stoff im Gehirn den Befehl „Iss jetzt“ und „Iss mehr“ aus. Sehr wahrscheinlich löst Enkephalin einen ähnlichen Effekt beim Menschen aus. (ag)

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