Warum Vatersein die meisten Männer dick macht

Sebastian
Studie untersucht Zusammenhang von Vaterschaft und Gewichtszunahme
Männer nehmen häufig an Gewicht zu, wenn sie Vater werden. Das belegt eine großangelegte Studie der Northwestern University. Demnach nimmt der durchschnittliche, mit seinem Kind zusammen lebende Mann bei einer Körpergröße von 1,80 Meter Körpergröße im Schnitt etwa 2,2 Kilogramm zu, nachdem er Vater geworden ist. Bei Vätern, die nicht mit ihren Kindern zusammenleben, beträgt die Gewichtszunahme durchschnittlich rund 1,6 Kilogramm. Dagegen stellten die Forscher bei Männern, die noch keine Väter sind, im selben Beobachtungszeitraum eine Gewichtsabnahme von rund 0,7 Kilogramm fest. Studienleiter Craig Garfield nennt als Grund für die Gewichtszunahme von Vätern die veränderten Prioritäten, die eine Vaterschaft mit sich bringt.

Väter haben mehr Verantwortung und setzen andere Prioritäten
Im Rahmen der Studie dokumentierten Garfield und sein Team die Gewichtsentwicklung von jugendlichen Männern bis zum jungen Erwachsenenalter. Den Einfluss anderer Faktoren, die eine Gewichtszunahme ebenfalls begünstigen könnten, wie etwa Alter, Rasse, Einkommen, Ausbildung, sozialer Status und Partnerschaft, versuchten die Forscher dabei so gering wie möglich zu halten.

Vatersein macht dick. Bild: Gelpi -fotolia
Vatersein macht dick. Bild: Gelpi -fotolia

Bereits seit Langem ist bekannt, dass die Ehe häufig zu einer Gewichtszunahme bei Männern führt. Eine Vaterschaft scheint diesen Effekt noch zu verstärken. Die Hauptursache ist den Forschern zufolge der veränderte Lebensstil und die neuen Essgewohnheiten. „Man hat neue Verantwortung, wenn man Kinder hat und kann sich nicht mehr so um sich selbst kümmern, beispielsweise mit Fitnessübungen, wie davor. Die Familie wird zur Priorität“, erläutert Garfield. Zu den neuen Essgewohnheiten sagt er: „Wir alle kennen die Väter, die das stehengelassene Essen ihrer Kinder aufessen.“

Die Studie umfasst einen Zeitraum von 20 Jahren, in dem das Gewicht aller 10.253 Teilnehmer zu vier unterschiedlichen Zeitpunkten gemessen und dokumentiert wurde: Im frühen Jugendalter, späten Jugendalter, mit Mitte 20 und in den früher 30ern. Auch der Body-Mass-Index (BMI) wurde dabei festgehalten.

Garfield und sein Team warnen Väter vor allem vor den gesundheitlichen Spätfolgen von Übergewicht. „Je mehr Gewicht die Väter zulegen und je höher ihr BMI, desto größer ist ihr Risiko, Herzerkrankungen, Diabetes oder Krebs zu bekommen“, so der Experte. Sein Fazit: „Wir haben nun festgestellt, dass der Übergang zur Vaterschaft ein wichtiger Entwicklungsschritt für Männer ist. Nun muss die Medizin darüber nachdenken, wie man diesen Männern helfen kann, weil sie in den meisten Fällen nicht von sich aus zum Arzt gehen.“ (ag)

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