Was die Zunge verrät

Heilpraxisnet

Eine fleckige Zunge deutet auf den Magen

18.03.2014

Sie ist ein wahres Multitalent: die Zunge. Ohne sie wären viele alltägliche Dinge wie Schmecken, Sprechen, Saugen oder Schlucken nicht möglich. Darüber hinaus enthält die Zungenoberfläche viele Zellen der Immunabwehr. Aber die Zunge ist auch ein Spiegel der Gesundheit. An ihr lassen sich unzählige Veränderungen und Erkrankungen erkennen. Bei der Traditionellen Chinesischen Medizin gehört die Betrachtung der Zunge sogar zu den wichtigsten diagnostischen Methoden. Aber auch hierzulande wissen Mediziner Veränderungen zu interpretieren.

Eine gesunde Zunge zeigt sich rosafarben mit einem leichten weißen Belag. Ihre Oberfläche ist feucht, glatt und gleichmäßig. „Gesundheitliche Störungen äußern sich, indem sich Farbe, Form oder Belag der Zunge verändern“, erklärt Dr. Uso Walter, niederglassener HNO-Arzt aus Duisburg und Vorsitzender des HNOnet-NRW. „So kann die Zunge beispielsweise dicker oder dünner, stärker belegt oder gerötet sein oder es finden sich plötzlich Zahnabdrücke am Zungenrand.“ Auch ein vermehrtes Zittern des Zungenmuskels liefert einen Hinweis auf Erkrankungen. Eine Größenzunahme der Zunge mit sichtbaren Zahnabdrücken und vermehrtem Belag spricht beispielsweise für einen Energiemangel. Zittern der Zunge mit bläulich gestauten Venen unter der Zunge ist die Folge von starkem Stress. Herzprobleme zeigen sich in einer geröteten Zungenspitze. Fleckige Veränderungen der Oberfläche, auch Landkartenzunge genannt, deuten auf Magenprobleme hin, während Darmprobleme häufig durch einen starken Belag im hinteren Zungenbereich sichtbar werden. Davon unterschieden werden müssen Pilzinfekte wie Soor, die aufgrund einer Immunschwäche entstehen, und sich durch Rötungen und weiße, abwischbare Beläge auszeichnen. Eine sehr trockene Zunge hingegen kann Folge einer Erkrankung der Speicheldrüsen sein.

Zu den Krankheiten, welche die Zunge direkt betreffen, gehören Tumorerkrankungen, Aphthen und Fibrome. „Tumore zeigen sich anfangs oft in Form von ‚wunden Stellen‘ oder Geschwüren“, verdeutlicht Dr. Walter. „Auch tastbare Verhärtungen der Zunge bei intakter Oberfläche können auf Tumore hinweisen.“ Aphthen wiederum sind kreisrunde oder ovale milchig-gelbliche Gebilde, die eine Entzündung der umgebenden Schleimhaut auslösen. Sie sind zwar sehr schmerzhaft, verschwinden aber meist nach einigen Tagen von selbst. Fibrome, also kleine gutartige Schleimhautknötchen, finden sich meist an der Mittellinie der Zunge. Diese Bindegewebe-Geschwulste erfordern eine Abklärung durch einen HNO-Arzt. (pm)

Advertising