Was tun bei postnatalen Depressionen

Astrid Goldmayer

40 Prozent der Frauen vom sogenannten Baby-Blues betroffen

21.11.2011

Viele Frauen leiden nach der Geburt unter Stimmungsschwankungen. Dabei unterscheidet man zwischen dem sogenannten „Baby-Blues“ und postnatalen Depressionen. Laut Oberärztin Susanne Simen vom Klinikum Nürnberg sind etwa 40 Prozent der Frauen vom Baby-Blues betroffen. Circa 10 Prozent bis 15 Prozent leiden tatsächlich an postnatalen Depressionen. Laut der Fachfrau bestehen gute Chancen, diese Depressionen zu heilen: „Sechs Wochen Behandlungszeit reicht in der Regel aus.“

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Depressionen nach der Geburt oft nicht erkannt
Häufig bleiben postnatale Depressionen unerkannt. Siemen begründet wie folgt: „Eine Mutter wird alles daran setzen, dass sie für ihr Kind funktioniert. Und dann heißt es: Geht doch!“ Viele junge Mütter würden sich schämen, da sie trotz des neugeborenen Kindes nicht wie erwartet glücklich sind, berichtet die Oberärztin weiter. Abgesehen davon würden Angehöre und Ärzte manchmal verharmlosend und beschwichtigend auf betroffene Frauen wirken. Dabei wird verkannt, dass Erschöpfung nur bis zu einem bestimmten Grad nach der Geburt normal ist.

Typische Anzeichen für eine postnatale Depression sind neben den üblichen Anzeichen einer Depression, Energielosigkeit, Reizbarkeit, ein Gefühl der Lehre und des Nichts-Fühlen-Könnens sowie hormonelle Schwankungen. Susanne Siemen berichtet: „Typische Symptome sind auch das Früherwachen, die Mutter sitzt dann voller Panik und Zukunftsängste um fünf oder sechs Uhr hellwach in ihrem Bett.“

Was ist zu tun bei postnatalen Depressionen?
In jedem Fall sollte therapeutische Hilfe von den Betroffenen in Anspruch genommen werden. In vielen Städten gibt es Einrichtungen wie zum Beispiel die „Mutter-Kind-Ambulanz für postpartal psychisch erkrankte Mütter“ der LWL-Klinik Dortmund, in der Betroffene kompetente Hilfe erfahren. Neben der professionellen Hilfe spielen die Angehörigen und Freunde ein wichtige Rolle. Fühlt sich die junge Mutter von ihrem sozialen Umfeld verstanden und unterstützt, ist das ein wichtiger Beitrag zur Gesundung. Ergänzend kann auf Naturheilverfahren zurückgegriffen werden, die die Psyche und den Körper kräftigen. Als Beispiel seien die Bachblütentherapie oder Schüßler Salze genannt. (ag)