Wechselduschen gegen die Frühjahrsmüdigkeit

Fabian Peters

Frühsport und Wechselduschen am Morgen – kurze Nickerchen im Tagesverlauf

25.03.2014

Nach dem Winter quält viele Menschen eine ausgeprägte Frühjahrsmüdigkeit, die sich mit der Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit am kommenden Wochenende noch verstärkt. Morgens kommen sie kaum aus dem Bett und tagsüber sind sie chronisch müde. Dr. Hans-Günter Weeß vom Interdisziplinären Schlafzentrum des Pfalzklinikums für Psychiatrie und Neurologie am Standort Klingenmünster (Rheinland-Pfalz) erklärt, welche einfachen Maßnahmen gegen die Frühjahrsmüdigkeit ergriffen werden können.

Nächstes Wochenende werden in der Nacht von Samstag auf Sonntag (29./30. März) die Uhren eine Stunde vorgestellt. Anschließend braucht der Biorhythmus eine Weile, um sich auf die Verschiebung einzustellen, was bei vielen Menschen zu einer ausgeprägten Frühjahrsmüdigkeit führt. Das morgendliche Aufstehen bereitet ihnen erhebliche Probleme und sie fühlen sich auch tagsüber äußerst schlapp. Abends könne sie oftmals dennoch nicht richtig einschlafen. Einige relativ einfach umzusetzende Maßnahmen können die Frühjahrsmüdigkeit jedoch deutlich reduzieren. Der Experte des Pfalzklinikums nennt hier zum Beispiel morgendliche Bewegungsübungen als eine Möglichkeit das Herz-Kreislauf-System zu aktivieren und die Müdigkeit zu vertreiben. „Da gehören der Frühsport wie Kniebeugen dazu, aber auch Wechselduschen oder eine Bürstenmassage“, zitiert die Nachrichtenagentur „dpa“ die Aussage des Mediziners.

Ein kurzer Mittagsschlaf vertreibt die Müdigkeit
Neben dem Frühsport sei ein Lichtwecker durchaus empfehlenswert, berichtet Dr. Weeß weiter. „Der Wecker macht sonnenlichtähnliches Licht im Zimmer“, worauf unsere Augen reagieren. Der Organismus unterdrücke anschließend die Produktion des Hormons Melatonin und auf diese Weise „werden wir rascher wach und gewöhnen uns schneller an den neuen Schlaf-Wach-Rhythmus“, erläuterte der Schlafmediziner. Während der richtige Wecker und ein wenig Frühsport morgens den Start in den Tag erleichtern, hilft bei der Müdigkeit im Tagesverlauf laut Aussage des Experten vor allem ein kurzes Nickerchen. Dieses dürfe allerdings nicht zu lange ausfallen, da ansonsten der Traumschlaf erreicht werde. Letzter „kann uns lust- und antriebslos machen“, erklärte der Schlafforscher. Die Schwierigkeit ist allerdings das Timing. Denn der Traumschlaf kann nach äußerst unterschiedlichen Zeiten einsetzen. Zwar hilft hier kein Wecker, doch Hans-Günter Weeß zufolge kann ein Schlüsselbund in der Hand das Problem beheben. Denn sobald der Körper das Schlafstadium N2 erreicht, lässt die Muskelspannung nach und der Schlüssel fällt auf den Boden, wodurch die Betroffenen in den meisten Fällen erwachen. Ein solcher zehn- bis fünfzehnminütiger Mittagsschlaf sei äußerst erholsam und auch im Büro auf dem Stuhl am Arbeitsplatz möglich.

Biorhythmus frühzeitig auf die Zeitumstellung vorbereiten
Die DAK-Gesundheit hat in einer aktuellen Pressemitteilung ihrerseits nicht nur auf mögliche Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit der Zeitumstellung hingewiesen, sondern ebenfalls Optionen aufgezeigt, mit denen sich die Beeinträchtigungen des Biorhythmus durch die Zeitumstellung minimieren lassen. Beispielsweise könnte man „bereits ein paar Tage vor der Zeitumstellung immer etwas früher zu Bett gehen und auch die Mahlzeiten früher als gewohnt einnehmen“, berichtet die DAK. Auch die Krankenkasse empfiehlt bei ausgeprägter Müdigkeit im Tagesverlauf eine kurze Pause einzulegen. Allerdings verweist die DAK hier zudem auf die positive Wirkung eines kurzen Spaziergangs an der frischen Luft. Aufputschende Getränke wie Kaffee oder koffeinhaltige Erfrischungsdrinks seien indes nicht zu empfehlen. „Keine Suchtgifte, kein Koffein in gesteigerter Form“, lautet auch der Ratschlag von Dr. Weeß. Zwar hätten diese kurzfristig durchaus eine stimulierende Wirkung., „aber wenn die Dosis höher als üblich ausfällt, kommt danach ein Tief.“ Um die Frühjahrsmüdigkeit zu beheben, sind sie demnach gänzlich ungeeignet.(fp)

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