Wegen gefährlichen Noroviren: Mehrere Patienten in der Klinik isoliert

Alfred Domke

Krankenhaus in Baden-Württemberg isoliert mehrere Patienten wegen Norovirus

In einem Krankenhaus in Baden-Württemberg wurden mehrere Patienten isoliert, nachdem sie sich mit dem hochansteckenden Norovirus infiziert haben. Durch die Maßnahme soll eine weitere Verbreitung des Virus verhindert werden. Wie der Erreger eingeschleppt wurde, könne nicht mehr nachvollzogen werden.

Hohe Verbreitung von Norovirus-Infektionen

In den letzten Monaten war aus verschiedenen Regionen Deutschlands immer wieder über eine ungewöhnlich hohe Verbreitung von Norovirus-Infekten berichtet worden. Die dadurch ausgelösten Magen-Darmerkrankungen treten in den Wintermonaten saisonal gehäuft auf. Auch in einem Krankenhaus in Baden-Württemberg haben sich mehrere Patienten und zwei Pflegerinnen mit dem hochansteckenden Norovirus infiziert. Die betroffenen Personen wurden nun isoliert.

Im Krankenhaus Bietigheim (Baden-Württemberg) wurden mehrere Patienten isoliert, nachdem sie sich mit dem hochansteckenden Norovirus infiziert haben. Wie lange die Quarantäne aufrecht erhalten bleibt, sei noch unklar. (Bild: esebene/fotolia.com)

Betroffene Patienten werden isoliert

Medienberichten zufolge haben sich im Krankenhaus Bietigheim mehrere Patienten und zwei Pflegerinnen mit dem hochansteckenden Norovirus infiziert.

Den Angaben zufolge sei das Virus bei drei Patienten im Labor nachgewiesen worden, zwölf weitere Personen hatten am Wochenende die Symptome einer solchen Infektion gezeigt.

Man gehe derzeit also von 15 Infizierten aus. Vier weitere Patienten auf der betroffenen Station zeigten offenbar keine Symptome.

„Vorsorglich wurden die Patienten zur Sicherheit isoliert“, erklärte Alexander Tsongas, Sprecher der Regionalen Kliniken-Holding (RKH), laut einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“.

Nun herrschen dort strenge Sicherheitsvorkehrungen: Medizinisches Personal, das die Station 1B betreten will, muss Schutzkleidung tragen.

Wie lange die Quarantäne aufrecht erhalten bleibt, lasse sich derzeit noch nicht sagen. „Es wird von Tag zu Tag entschieden“, sagte die RKH-Infektionsexpertin Sabine Gfrörer.

Selbst wer sich wieder erholt habe, könne den Erreger noch in sich tragen.

Erkrankung beginnt meist schlagartig

Wie das Virus eingeschleppt wurde, lasse sich nicht mehr nachvollziehen.

Noroviren zählen zu den häufigsten Erregern infektiöser Magen-Darm-Erkrankungen. Im Winter häufen sich solche Erkrankungen, die häufig schlagartig mit Übelkeit und Erbrechen beginnen.

Im weiteren Verlauf treten Durchfälle und Kreislaufbeschwerden auf. Dazu kommt häufig ein starkes Krankheitsgefühl mit Muskel- und Bauchschmerzen, gelegentlich mit leichtem Fieber und Kopfschmerzen.

„Die starken Brechdurchfälle können rasch zu einem Flüssigkeitsmangel im Körper führen, welcher sich durch ein ausgeprägtes Schwächegefühl oder Schwindel bemerkbar machen kann“, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf dem Portal „infektionsschutz.de“.

Die Symptome sind häufig über ein bis zwei Tage stark ausgeprägt, klingen aber bei ansonsten gesunden Personen danach auch rasch wieder ab.

Grundsätzlich kann jeder an Noroviren erkranken. Besonders häufig trifft es Kinder unter fünf Jahren und Senioren über 70 Jahren.

Übertragung von Mensch zu Mensch

Noroviren werden meist über eine „Schmierinfektion“ von Mensch zu Mensch übertragen. Dabei werden die Erreger in kleinsten Spuren von Stuhlresten oder Erbrochenem von Erkrankten an den Händen weitergetragen.

Von der Hand gelangen die Viren leicht in den Mund. Sehr ansteckend sind auch winzigste virushaltige Tröpfchen in der Luft, die während des Erbrechens entstehen.

Zudem können die Erreger auch an Gegenständen wie Türgriffen, Handläufen oder Armaturen haften und über die Hände leicht in den Mund gelangen.

Des Weiteren können rohe Lebensmittel wie Salate, Obst, Krabben oder Muscheln mit Noroviren belastet sein und ebenso zu einer Ansteckung führen wie verunreinigtes Wasser oder andere Getränke.

Vor einer Infektion schützen

Um einer Ansteckung mit den gefährlichen Noroviren vorzubeugen, sollten bestimmte Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Sorgfältiges Händewaschen nach jedem Toilettengang sowie vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen, nach der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder anderem Kontakt mit vielen Menschen kann helfen, die Infektionsketten zu unterbrechen.

Trocknen Sie die Hände anschließend sorgfältig mit einem sauberen Tuch ab. Dadurch wird verhindert, dass Krankheitserreger aus dem Darm über verunreinigte Hände in den Mund gelangen.

Benutzen Sie ausschließlich eigene Hygieneartikel und Handtücher. Reinigen Sie Flächen im Umfeld des Erkrankten wie Waschbecken, Türgriffe und Böden regelmäßig am besten mit Einmaltüchern und entsorgen Sie diese anschließend in den Hausmüll.

Das gilt auch für sichtbar verschmutzte Flächen wie Toiletten. Dabei kann das Tragen von Einmalhandschuhen einen zusätzlichen Schutz vor Infektionen bieten.

Eltern sollten darauf achten, erkrankte Kinder erst dann wieder in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen zu bringen, wenn die Symptome (Durchfall und Erbrechen) 48 Stunden nicht mehr aufgetreten sind. (ad)