Weihnachten in Harmonie und ohne Stress

Fabian Peters
Stress am Weihnachtsabend lässt sich leicht vermeiden
Das Weihnachtsfest ist bei vielen Menschen mit Stress verbunden, nicht zuletzt, weil sie genaue Vorstellungen davon haben, wie die Feiertage werden sollen. „Gerade die hohen Erwartungen sind meist schuld daran, wenn es an Heiligabend statt Harmonie nur Streit gibt“, berichtet die Techniker Krankenkassen (TK) in einer aktuellen Mitteilung. Oft setzen sich die Menschen an Weihnachten selbst unter Druck, weil alles perfekt sein soll, erläutert die TK-Psychologin Dr. Anne Moschner. Dies führt zu Stress und statt eines harmonischen Festes folgt oftmals ein Streit am Weihnachtsabend.

Der Stress entsteht zum Beispiel, „wenn man Angst hat, eine Aufgabe nicht stemmen zu können“, erläutert Dr. Moschner. Dies könne an Weihnachten unter anderem die Sorge sein, die Familie zu enttäuschen, wenn kein Drei-Gänge-Menü als Festessen auf den Tisch kommt oder der Weihnachtsbaum nicht ausreichend geschmückt ist, so die TK-Psychologin weiter. Die Betroffenen seien dabei meist selbst ihr größter Kritiker. Durch einige einfach Tricks kann dem Stress jedoch entgegengewirkt werden und die Chancen für ein harmonisches Fest steigen.

Weihnachten ist in vielen Familien mit Stress verbunden, der sich leicht vermeiden ließe. (Bild: Sebastian Gauert/fotolia.com)
Weihnachten ist in vielen Familien mit Stress verbunden, der sich leicht vermeiden ließe. (Bild: Sebastian Gauert/fotolia.com)

Große Festessen sind keine Pflicht!
Die Erwartungen der Verwandten sind laut Aussage der Expertin oftmals weniger groß, als von den Gastgebern angenommen. Viele hätten Verständnis dafür, dass die Gastgeber nicht stundenlang in der Küche stehen und gleichzeitig das Zuhause feierlich dekorieren können, erläutert Dr. Moschner. Um den Stress bei den Vorbereitungen zu reduzieren, könne statt eines großen Festmahls ein Weihnachtsbuffet angerichtet werden, zu dem jeder Gast eine Kleinigkeit beisteuert. Auch der gemeinsame Besuch eines Restaurant sei gegebenenfalls eine Option.

Kinder können bei den Vorbereitungen helfen
Kindern fällt das Warten auf das Weihnachtsfest meist besonders schwer, weshalb die TK-Psychologin rät, die Kleinen in die Vorbereitungen einzubinden. „Auch Kinder können Verantwortung übernehmen und beim Baumschmücken und Tischdecken helfen“, so Moschner. Auf diese Weise nehmen sie ihren Eltern etwas Arbeit ab und für sie selbst vergeht die Zeit bis zur Bescherung ein wenig schneller.

Ungewohnte Nähe ein Auslöser für Stress
Die ungewohnte Nähe mit mehren Familienmitgliedern ist laut Aussage der Expertin gegebenenfalls ein weiterer Stressfaktor an Weihnachten. So würden sich manche Familienmitglieder das ganze Jahr nicht sehen und dann drei Tage auf engem Raum zusammen verbringen. „Da ist es ganz normal, dass man sich auch mal auf die Nerven geht“, betont Dr. Moschner. In solchen Fällen sei es völlig legitim, sich für ein Stündchen von der Familie zurückzuziehen. Allerdings sollte den Verwandten vorher erklärt werden, dass man einen Moment für sich braucht und es nichts mit ihnen persönlich zu tun hat. Treten dennoch Unstimmigkeiten auf, rät Moschner darauf zu achten, dass die Situationen nicht weiter eskaliert. Potenzielle Probleme seien am besten bereits vor Weihnachten zu klären und wenn dennoch Streit unter dem Tannenbaum droht, empfiehlt die Expertin lieber die Notbremse zu ziehen und sich für eine Aussprache zu einem späteren Zeitpunkt zu verabreden.

Einsamkeit an Weihnachten ebenfalls belastend
Nicht nur die Feier im Rahmen der Familie und der Erwartungsdruck können an Weihnachten Stress bedingen, sondern auch für einsame Menschen seien die Feiertage oftmals eine psychische Belastung, erläutert die TK-Psychologin. Wer das „Fest der Liebe“ alleine verbringen muss, empfindet die besinnlichen Jahreszeit nicht selten als besonders traurig und belastend. Die Expertin empfiehlt: „Kontakte suchen! Wer einsam ist, kann sich mit anderen Alleinstehenden verabreden. Oder man geht auf Bekannte zu, mit denen man lange nicht gesprochen hat.“ Auch sei es mitunter eine Alternative, „sich an Weihnachten ehrenamtlich zu engagieren, zum Beispiel in einer Kirchengemeinde oder einer sozialen Einrichtung“, so Dr. Moschner. (fp)