Weintrinken, Kaffee und Tee stimulieren menschliche Darmflora

Wissenschaftler fanden heraus, dass der Konsum von Tee, Kaffee und Wein dazu führt, dass unser Mikrobiom gestärkt wird. Somit verbessern solche Getränke unsere Gesundheit. (Bild: arthurhidden/fotolia.com)
Alexander Stindt
Der Konsum von bestimmten Getränken stärkt die Gemeinschaft nützlicher Darmbakterien
Es gibt eine gute Nachricht für alle Wein-, Kaffee- und Tee-Trinker. Forscher fanden jetzt heraus, dass diese Getränke unser Mikrobiom gesünder und vielfältiger machen. Das Mikrobiom bildet die Gemeinschaft der Mikroorganismen, die auf und in unserem Körper leben. Offenbar können wir durch das Trinken von Kaffee, Wein und Tee positiven Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen.

Viele Menschen trinken gerne Tee, Kaffee oder Wein. Diese drei Getränke schmecken nicht nur gut, Wissenschaftler stellten jetzt auch bei einer Untersuchung fest, dass ihr Konsum unser Mikrobiom verbessert. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Science“.

Wissenschaftler fanden heraus, dass der Konsum von Tee, Kaffee und Wein dazu führt, dass unser Mikrobiom gestärkt wird. Somit verbessern solche Getränke unsere Gesundheit. (Bild: arthurhidden/fotolia.com)
Wissenschaftler fanden heraus, dass der Konsum von Tee, Kaffee und Wein dazu führt, dass unser Mikrobiom gestärkt wird. Somit verbessern solche Getränke unsere Gesundheit. (Bild: arthurhidden/fotolia.com)

Eine größere Vielfalt des Mikrobioms ist besser für unsere Gesundheit
Die meisten Menschen trinken morgens erstmal einen Tee oder Kaffee, um wach zu werden. Doch diese Getränke machen nicht nur wach, sie haben eine noch ganz andere positive Nebenwirkung auf unsere Gesundheit. Solche Getränke verbessern die Gesundheit und Vielfältigkeit unseres Mikrobioms, berichte das interantionale Forscherteam von seinen Studienergebnissen.

Die Forscher fanden bei ihrer Untersuchung zudem heraus, dass der Konsum von zuckerhaltigen Getränke, Süßigkeiten, Vollmilchund von viel Kohlenhydraten dazu führt, dass unser Mikrobiom an Vielfältigkeit verliert. Die Vielfalt werde insgesamt von etwa 60 Ernährungsfaktoren beeinflusst, erläutert Hauptautorin Alexandra Zhernakova von der Universität Groningen. Es bestehe eine deutliche Korrelation zwischen der Vielfalt des Mikrobioms und der Gesundheit. Ein Größere Vielfalt ist besser, fügt die Medizinerin hinzu. Die mikroskopisch kleinen Organismen helfen bei der Verdauung der Lebensmittel und der Regulierung unseres Immunsystems.

126 Faktoren wirken sich auf die Zusammensetzung unseres Mikrobioms aus
Außerdem ergaben andere neuere Studien, dass die mikrobielle Gemeinschaft auch eine Rolle bei auftretenden Stimmungsstörungen, Fettleibigkeit und anderen Krankheiten einschließlich dem Reizdarmsyndrom spielen kann, sagen die Forscher. Die aktuelle groß angelegte Studie habe die mikrobielle Zusammensetzung des Magen-Darm-Traktes von mehr als 1.100 Menschen untersucht. Die Forscher konnten dabei feststellen, dass 126 Faktoren mit der Veränderung und Zusammensetzung der individuellen mikrobiellen Gemeinschaft korrelierten. Dazu gehören 60 Ernährungsfaktoren, 12 Krankheiten, 19 Medikamente und vier Faktoren, die mit dem Rauchen zusammenhängen, sagt Co-Autor Jingyuan Fu von der Universität Gronningen.

Studie untersuchte die Stuhlproben von 1.135 Probanden
Bei ihrer Untersuchung analysierten die Wissenschaftler die Stuhlproben von 1.135 niederländischen Teilnehmern. Alle Teilnehmer stammten aus den nördlichen Teilen der Niederlande. Die Teilnehmer sammelten ihre Stuhlproben zu Hause und froren sie dann im Gefrierschrank ein, sagen die Mediziner. Anschließend wurden die Proben unter der Verwendung von Trockeneis zu dem Labor der Forscher transportiert.

Im Labor wurden die Proben eingefroren gelagert, bis sie von den Forschern später weiterverarbeitet wurden. Dieses Verfahren hatte zwei Vorteile: Keine der Bakterien konnten weiterwachsen oder sich verändern und alle Proben konnten auf die gleich Weise weiterverarbeitet werden, erläutert Fu. Die Mediziner stellen auch fest, dass der Konsum von Obst, Gemüse, Joghurt und Buttermilch die mikrobielle Vielfalt in unserem Darm positiv beeinflusst.

Das Mikrobiom ist eine Art Fingerabdruck, der unsere Gesundheit widerspiegelt
Die Autoren berichten auch, dass Frauen zu einer größeren mikrobielle Diversität neigen als Männer. Ältere Menschen haben ebenfalls eine größere mikrobielle Diversität als jüngere Menschen, erklären die Forscher. Es werden aber zusätzliche Untersuchungen benötigt, um die Ursache der Auswirkungen besser zu verstehen. Die Wissenschaftler hoffen ihre Studie auf 10.000 Teilnehmer zu erweitern. Außerdem wollen sie auch Proben aus Nase und Rachen sammeln. Es wird immer deutlicher, das unser Mikrobiom als eine Art Fingerabdruck dient, der alle möglichen Arten von Signalen der Gesundheit widerspiegelt, erklärt Fu. In Zukunft können wir vielleicht alle unseren Ärzten Stuhlproben zur Verfügung stellen, die es ermöglichen unsere Gesundheit besser zu verstehen, fügen die Mediziner hinzu. (as)

Advertising