Welche Folgeerkrankungen drohen bei Diabetes?

Fabian Peters

Diabetes mellitus: Gesundheitliche Folgen der Zuckerkrankheit

23.03.2013

Diabetes ist den meisten Menschen in Deutschland als sogenannte Zuckerkrankheit ein Begriff. Wer darunter leidet, darf nicht alles essen und muss regelmäßig Medikamente einnehmen, so der Wissensstand beim Großteil der nicht betroffenen Bevölkerung. Doch welche schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen Diabetes unter Umständen langfristig mit sich bringt, ist vielen unklar.

Als Stoffwechselerkrankung zeigt sich Diabetes in zwei unterschiedlichen Varianten, der Typ-1-Diabetes, die durch einen absoluten Insulinmangel beziehungsweise eine zu geringe Insulinproduktion gekennzeichnet ist, und der Typ-2-Diabetes, die sich meist im Zuge des Lebens entwickelt und dabei auf einer Insulinresistenz beziehungsweise einem relativem Insulinmangel beruht. Obwohl die Betroffenen bei angemessener Medikation und Einhaltung entsprechender Ernährungseinschränkungen durchaus relativ beschwerdefrei ihren Alltag erleben, sind die gesundheitlichen Spätfolgen der Zuckerkrankheit nicht zu unterschätzen. Es drohen Schädigungen der Blutgefäße und des Nervensystem, die weitere schwerwiegende gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Diabetes schädigt das Herzkreislaufsystem
Häufig bedingt Diabetes im Laufe der Zeit Erkrankungen des Herzkreislaufsystems (zum Beispiel Koronare Herzkrankheit), da hoher Blutzucker auf Dauer die Gefäße und Organe schädigt. Auch leiden Diabetiker vermehrt unter Arterienverkalkung, die ihrerseits das Risiko von Herzkreislauferkrankungen weiter erhöht. Schlimmstenfalls droht ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Um das Herzkreislaufsystem zu stärken und die genannten Folgen möglichst zu vermeiden, wird bei Diabetes allgemein ein moderates Sport- beziehungsweise Trainingsprogramm empfohlen. Mit besonderen Aktionen, wie beispielsweise dem aktuellen Diabetes-Laufprogramm, das auch von „diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe“ unterstützt wird, sollen die Betroffenen hierfür zusätzlich motiviert werden.

Diabetische Neuropathie: Nervenschäden durch die Zuckerkrankheit
Doch nicht nur das Herzkreislaufsystem nimmt im Zuge einer Diabetes-Erkrankung häufig Schaden, auch das Nervensystem wird in Mitleidenschaft gezogen. Nach Schätzungen der Experten entwickelt rund ein Drittel der Betroffenen eine sogenannte diabetische Neuropathie, die mit Missempfindungen, Sensibilitätsstörungen, Kribbeln in den Gliedern, einem Taubheitsgefühl in den Beinen und Armen sowie heftigen Schmerzen im Versorgungsbereich der betroffenen Nervenbahnen einhergehen kann.

Diabetischer Fuß häufig Ursache für Amputationen
Besonders häufig sind die versorgenden Nerven der Füße bei Diabetikern geschädigt, was in Kombination mit vorliegen Beeinträchtigungen des Herzkreislaufsystems beziehungsweise entsprechenden Durchblutungsstörungen in den Füßen dazu führen kann, dass die Betroffenen einen sogenannten diabetischen Fuße entwickeln. Dieser zeigt immer wieder schlecht verheilende Wunden und das Gewebe beginnt stellenweise zu nekrotisieren (abzusterben). Schlimmstenfalls bedarf es einer Amputation, um das Leben der Patienten zu retten. Derartige Eingriffe zählen bis heute in Deutschland zu den am häufigsten durchgeführten Amputationen. Mit besonderer medizinischer Fußpflege, lässt sich das Risiko eines diabetischen Fußes jedoch deutlich reduzieren. (fp)

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