Weltblutspendertag: DRK ruft zu Blutspenden auf

Sebastian

Deutschen Rotes Kreut ruft am Weltblutspendetag zum Blutspenden auf

15.06.2011

Am 14. Juni fand der internationale Weltblutspendertag statt. Anlässlich rief das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Bundesbürger zu vermehrten Blutspenden auf. Mit dem Weltblutspendertag wird dem Erfinder der Blutspende, Dr. Karl Landsteiner gedacht, der am 14 Juni 1868 geboren wurde. Angesichts der vermehrten EHEC Erkrankungen werden Blutspenden derzeit dringend benötigt, um Leben zu retten.

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Am Weltblutspendertag wird jedes Jahr darauf aufmerksam gemacht, wie notwendig der solidarische Akt der Blutspende ist. Jeden Tag passieren schwere Unfälle, bei denen Menschen lebensbedrohend viel Blut verlieren oder ein medizinischer Eingriff auf die zusätzliche Gabe von Blut notwendig ist. Die Intervention ist nur machbar, weil sich viele Menschen dazu bereit erklären, ihr Blut freiwillig zu spenden. Angesichts der derzeit vorherrschende EHEC Krise ruft das Deutsche Rote Kreuz vermehrt zu Blutspenden auf. Durch mehre Aufrufe konnte bereits die Spenderbereitschaft leicht gesteigert werden.

Aktionsveranstaltung für Blutspenden
Im ganzen Bundesgebiet fanden Informations- und Aktionsveranstaltungen zum Weltblutspendertag statt. Mediziner, Experten und Wissenschaftler riefen in zahlreichen Redebeiträgen die Menschen auf, Blut zu spenden. Aufgrund der EHEC Epidemie sind momentan Blutkonserven in größerem Umfang erforderlich. Patienten, die an dem hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) erkrankt sind, und unter schwerwiegenden EHEC Symptomen leiden, verfügen über einen besonders hohen Bedarf an Spenderblut. Die Lieferungen an Blutplasma in den letzten drei Wochen haben allein am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf die Vorräte für vier Monate verbraucht. In Hamburg-Eppendorf werden derzeit über 100 Patienten aufgrund des HUS Syndroms intensivmedizinisch versorgt. So erläuterte der Kreisgeschäftsführer der DRK Wilfried Mercks in einem Pressegespräch: “Besonders für Patienten, die an der gefährlichen Komplikation des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) erkrankt sind, wird Blutplasma benötigt.” Gerade jetzt sollten die Menschen den Schritt zu Blutspende nicht scheuen.

15.000 Blutspenden werden jeden Tag benötigt
Jeden Tag werden rund 15.000 Blutspenden verbraucht. Das bedeutet, dass jedes Jahr allein in der Bundesrepublik ca. 4,9 Millionen Vollblutspenden für den medizinischen Ernstfall benötigt werden. Allein die DRK Blutspendedienste stellen jedes Jahr etwa 3,8 Millionen Blutspenden zur Verfügung. Die DRK deckt damit rund 75 Prozent aller Blutspenden in Deutschland ab. Die Spenden sind freiwillig und unentgeltlich. Zumeist wird ein kleiner medizinischer Check Up sowie eine Imbiss als Gegenleistung angeboten. Nach Schätzungen von DRK-Experten spenden rund 3 Prozent der Erwachsenen regelmäßig Blut. Dennoch kommt es immer wieder zu Engpässen.

Körper regeneriert sich nach einer Spende schnell
Das Spenderblut entspricht nur einem sehr geringen Anteil des gesamten Körpervolumens, so dass das gespendete Blut vom Organismus wieder ersetzt wird. Weiße Blutkörperchen sind bereits nach einem Tag wieder regeneriert, bei den roten Blutkörperchen dauert es ein paar Tage länger. Der Kreislauf des Spenders hat sich aber schon nach rund 30 Minuten erholt. Blutspenden können alle gesunden Menschen zwischen 18 und 70 Lebensjahren. Spendet man zum ersten Mal Blut, sollte man das 64. Lebensjahr nicht überschritten haben. Jeder Spender sollte über ein Mindestkörpergewicht von 50 Kilogramm verfügen. Der Spendenvorgang dauert nicht länger als 15 bis 20 Minuten. Für den gesamten Vorgang sollte man sich auf mindestens eine Stunde einrichten. Dazu gehört reguläre Wartezeit, eine medizinische Untersuchung durch einen Arzt sowie das Ausfüllen eines Fragebogens. Männlichen Spendern wird empfohlen, nicht mehr als sechs mal im Jahr Blut zu spenden. Frauen sollten nicht öfter als vier mal pro Jahre Blutspenden.

EHEC Patienten benötigen dringend Blutspenden
Obwohl die Neuinfektionsrate des EHEC Erreger langsam zurück geht, hält die Epidemie den DRK Blutspendedienst Nord (BSD Nord) weiter auf Trab. Patienten, die an den schwerwiegenden Folgen der Infektionskrankheit leiden, benötigen beinahe täglich Bluttransfusionen. Jeden Tag benötige man daher mindestens zehn Spender allein für das Klinikum Hamburg-Eppendorf. Da bereits alle Reserven aufgebraucht sind, müssen nun bundesweit aus anderen DRK Blutspendediensten Präparate angefordert werden. „Wir müssen jetzt so schnell wie möglich wieder Plasmavorräte aufbauen, um die schwerkranken Patienten in den Kliniken auch in der Sommerzeit versorgen zu können“, erklärte Dr. Geert Geusendam vom DRK Nord.

Aufrufe konnten Spendenbereitschaft steigern
Bereits in der vergangen Woche riefen die DRK und andere Blutspendenorganisation zum vermehrten Spenden auf. Nach Angaben der DRK Hamburg konnte in Schleswig-Holstein und in der Hansestadt ein Anstieg von 12 Prozent erreicht werden. „Wir freuen uns besonders über die zahlreichen Anfragen von neuen Spendern. Wir bitten alle, die ebenfalls helfen möchten, die angebotenen Blutspende-Aktionen in ihrer Wohnumgebung zu nutzen, da unsere personelle Auslastung weitere Aktionen nicht zulassen“, sagte Jens Lichte. Alle Spenderteams seinen pausenlos im Einsatz und die Kapazitäten sind derzeit fast erschöpft.

In den letzten acht Wochentagen konnte etwa 12.000 Blutplasma-Dosen an Kliniken in Hamburg und Schleswig-Holstein ausgeliefert werden. Das bedeutet eine enorm gesteigerte Menge, die aufgrund der zum Teil schweren EHEC Verläufen notwendig wurden. Für einen schwer erkrankten HUS-Patienten werden im Schnitt 10 Blutspender pro Tag benötigt. Diese Menge wird für die Therapie einige Tage bis Wochen benötigt. Zusätzlich werden zahlreiche Blutplättchenkonzentrate benötigt, um die derzeit auftretenden TTP- Erkrankung (thrombotisch – thrombozytopenische Purpura) zu behandeln. (sb)