Weltweit erstes neues Kunstherz implantiert

Heilpraxisnet

Weltpremiere: Hannoveraner Ärzte implantieren erstmals neues Kunstherz

12.07.2014

Weltpremiere in Niedersachsen: Hannoveraner Ärzte haben einem 56-jährigen Mann das erste Kunstherz des Typs „Heartmate III“ implantiert. Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover zufolge geht es dem Patienten aus Hessen sehr gut.

Weltpremiere in Hannover
Weltweit warten Hunderttausende Menschen auf ein Spenderorgan. Rund 11.000 schwer kranke Patienten in Deutschland sollen es sein, denen eine Transplantation möglicherweise das Leben retten könnte. Doch die Spendenbereitschaft nimmt stetig ab. Da unverändert zu wenig Spenderorgane in Deutschland zur Verfügung stehen, werden immer mehr Kunstherzen eingesetzt. Auch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), eines der größten Herzzentren bundesweit, hat aus dieser Not eine Tugend gemacht. Medizinern der MMH ist vor kurzem eine Weltpremiere gelungen: Vor wenigen Wochen wurde dort weltweit erstmals das ganz neu entwickelte Kunstherz „Heartmate III“ erfolgreich eingesetzt.

Patienten geht es nach dem Eingriff gut
Auf einer Pressekonferenz berichtete der 56 Jahre alte Patient am Freitag in Hannover von den Resultaten: „Ich fühle mich operationsbedingt zwar noch etwas schwach, aber ich verspüre jetzt schon eine deutliche Verbesserung, besonders beim Atmen.“ Bereits in wenigen Tagen soll der Mann aus Hessen in eine Rehaklinik wechseln. Schon nächste Woche soll der nächste Patient an der MHH das neue Kunstherz bekommen. Das neueste Modell sei kleiner und technisch ausgefeilter als die alten Kunstherz-Generationen. Da es deutlich weniger Platz brauche, könne es daher auch schonender eingesetzt werden, erklärte MHH-Oberarzt Jan Schmitto.

Oft die einzige Überlebenschance
Der Chef der Klinik, Prof. Axel Haverich, erläuterte das Prinzip. „Heartmate III“ ist demnach kein Ersatz für das Herz, sondern ein mechanisches Gerät, das in die linke Herzkammer eingesetzt wird und die Pumpleistung dieser erkrankten Herzkammer übernimmt. Angesichts des Spendermangels sei das Gerät oft die einzige Überlebenschance für Patienten, um die Wartezeit zu überbrücken. Seit dem Jahr 2004 wurden rund 500 Patienten auf ähnliche Weise behandelt und inzwischen gebe es in Deutschland mehr derartige Operationen als Herztransplantationen. Die Pumpleistung von „Heartmate III“ beträgt bis zu zehn Liter Blut pro Minute, was der vollen Leistung eines gesunden Herzens entspricht. Noch ist das neue System in der Erprobungsphase. Schätzungen zufolge wird es eine generelle Zulassung frühestens in einem Jahr geben. (ad)

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