Weltweit schwerste Frau: 500-Kilo-Patientin für lebensrettende OP nach Indien verbracht

Alfred Domke
Schwerste Frau der Welt für OP mit Frachtflugzeug nach Indien gebracht
Die vermutlich schwerste Frau der Welt ist zur Behandlung ihres Übergewichts mit einem umgebauten Frachtflugzeug nach Indien geflogen worden. Dafür hat die 36-jährige Ägypterin ihr Haus zum ersten Mal seit 25 Jahren verlassen. Die behandelnden Ärzte haben einen „Vier-Jahres-Plan“ für die 500 Kilogramm schwere Frau ausgearbeitet.

Ägypterin wird in Indien behandelt
Medienberichten zufolge ist die mit rund 500 Kilogramm Gewicht mutmaßlich schwerste Frau der Welt nun für die Behandlung ihres Übergewichts nach Indien geflogen worden. Die 36-jährige Ägypterin Eman Ahmed wurde demnach am Samstag in das Saifee Krankenhaus in Mumbai gebracht. Wie die Zeitung „Times of India“ berichtet, wird die Behandlung sehr kompliziert und könnte sich über vier Jahre hinziehen. Für den Transport der Patientin war lange keine Airline gefunden worden.

Die mit rund 500 Kilo wohl schwerste Frau der Welt wurde nun zur Behandlung nach Indien geflogen. Die Ägypterin soll mithilfe von Operationen, Medikamenten und einer Diät hunderte kg verlieren. (Bild: underdogstudios/fotolia.com)

Transport in speziell ausgestattetem Frachtflugzeug
Nun wurde sie mit einem speziell ausgestatteten Frachtflugzeug nach Indien geflogen. Dafür musste die Patientin mit einem Kran an Bord des Flugzeugs gehievt werden. Den Angaben zufolge habe die 36-jährige Eman Ahmed zum ersten Mal seit 25 Jahren ihr Haus in Alexandria verlassen.

Zuvor war ein indisches Ärzteteam nach Ägypten gekommen, um die Frau auf den Transport vorzubereiten.

Das Visum für die Einreise war zunächst zwar verweigert worden, doch als die indische Außenministerin Sushma Swaraj informiert wurde, habe diese persönlich für die Erteilung des Visums gesorgt.

Zahlreiche Krankheiten durch Übergewicht
Einem Bericht der „BBC“ zufolge, habe Eman Ahmed bereits bei ihrer Geburt fünf Kilogramm auf die Waage gebracht, als Elfjährige habe sie sich schließlich aufgrund ihres Gewichts nur noch krabbelnd fortbewegen können.

Sie erhielt damals die Diagnose „Elephantiasis“. Zudem erlitt sie einen Schlaganfall und wurde bettlägerig. Ihr rechter Arm und ihr rechtes Bein seien gelähmt, sie könne nicht sprechen. Bei der Ägypterin entwickelten sich diverse Leiden wie Diabetes, Bluthochdruck, Gicht und Atemprobleme.

Der indische Chirurg Dr. Muffazal Lakdawala, der die Patientin kostenlos behandeln will, erklärte: „Sie ist eine Ansammlung von Krankheiten. Sie braucht dringend eine Operation.“

Behandelnder Arzt zweifelt an der Diagnose
Dr. Lakdawala sieht die Diagnose Elephantiasis allerdings kritisch und vermutet vielmehr, dass die Lymphödeme durch Adipositas hervorgerufen werden.

Die Patientin wird noch etwas auf die OP warten müssen. „Wir operieren sie frühestens in vier Wochen“, erläuterte Dr. Lakdawala. Die Mediziner haben bereits eine Reihe Tests mit der Patientin gemacht.

In den nächsten Monaten soll ihr Gewicht unter anderem mithilfe von Medikamenten gegen Wassereinlagerungen und einer eiweißreichen Ernährung reduziert werden. „Allein damit sollte das Gewicht um 50 bis 60 Kilo verringert werden können“, so der Arzt.

Vier-Jahres-Plan für die Patientin
Das Team weiß nach eigenen Angaben gar nicht genau, ob es stimmt, dass die Frau 500 Kilo wiegt. „Sie wurde vor fünf Jahren gewogen und hatte damals 330 Kilogramm. Ihre Schwester sagte, das sie mittlerweile die doppelte Größe habe“, erläuterte Dr. Lakdawala.

„Wir haben einen Vier-Jahres-Plan für sie ausgearbeitet“ sagte der Chirurg. Dieser beinhaltet mindestens zwei Operationen, einen Diät-Plan und Physiotherapie.

In den sechs Monaten nach der OP, in denen die Patientin in Mumbai bleibe, könne sie rund 100 Kilo abnehmen. Dr. Lakdawala erklärte, er wolle sicher gehen, dass „Eman auf einem Business-Class-Sitz nach Alexandria zurückreisen“ kann.

Wenn sie dann zuhause mindestens weitere 100 kg verloren hat, komme sie für einen weiteren Eingriff zurück nach Indien.

Zu den Erfolgsaussichten befragt, zitierte die Nachrichtenagentur APA den Mediziner folgendermaßen: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich zu hundert Prozent sicher bin. Es gibt viele Herausforderungen, aber ich werde mein Bestes versuchen, um ihr zu helfen.“ (ad)