Wenig Fett oder kein Zucker? Wie gesundheitsschädlich sind Ersatzstoffe für Menschen

Sebastian
Wenig Fett, kein Zucker – Wissenswertes zu Ersatzstoffen in Lebensmitteln
Immer mehr Menschen wollen sich gesünder ernähren. Die Lebensmittelhersteller haben längst auf diesen Trend reagiert und bewerben Produkte mit Versprechen wie „weniger Zucker“, „weniger Kalorien“ oder „weniger Fett“. Doch auch Ersatzstoffe, die stattdessen verwendet werden, sind oft nicht gesünder.

Ersatzstoffe mit Vorsicht genießen
Der Trend hin zu gesünderer Ernährung ist ungebrochen. Immer mehr Menschen wollen bewusster essen und weniger Kalorien zu sich nehmen. Allerdings bekommen Konsumenten nicht immer, was ihnen auf der Verpackung versprochen wird. Zwar gibt es im Supermarkt von etlichen Produkten eine sogenannte „Light“-Variante. „Rechtlich gesehen muss darin allerdings nur ein einzelner Stoff um 30 Prozent reduziert sein“, erklärte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa. Häufig sei der Gesamtkaloriengehalt jedoch gleich hoch oder sogar höher. In vielen Produkten stecken dafür Ersatzstoffe und auch die sollten dem Experten zufolge, genau wie Fett und Zucker, nur in Maßen genossen werden.

Ersatzstoffe sind meistens nicht gesund. Bild: abcmedia - fotolia
Ersatzstoffe sind meistens nicht gesund. Bild: abcmedia – fotolia

„Viel Chemie in den Produkten“
Der Verbraucherschützer nannte als Beispiel Halbfettmargarinen: „Dort ersetzen die Hersteller Fett durch Wasser“, so Valet. Damit das Wasser irgendwie bissfest ist, wird es laut seinen Angaben normalerweise mit Bindemitteln vermischt. „Das ist nicht direkt bedenklich, aber es steckt natürlich viel Chemie in den Produkten“, erklärte der Lebensmittel-Experte. Allerdings warnten Wissenschaftler des Leipziger Uniklinikums vor Jahren, dass manche Fett-Ersatzstoffe sehr wohl schädlich für die Gesundheit sein können. Demnach könne sich bei bestimmten Personen durch die pflanzlichen Ersatzstoffe der Sterolspiegel erhöhen, wodurch auch das Herzinfarkt-Risiko steige. Valet erläuterte weiter, dass oft Gele auf Basis von Kohlenhydraten ein Ersatzstoff für Fett in als fettreduziert deklarierten Eiscremes oder Salatdressings sind. Und ein weiterer häufig eingesetzter Fett-Ersatzstoff besteht aus feinst zerkleinertem Hühnereiweiß oder Milcheiweiß. Einer dieser beiden Begriffe müsse dann auch in der Zutatenliste auf der Verpackung stehen.

Süßstoffe müssen nicht unbedingt gesünder sein
Da viele Verbraucher auch beim Zucker gerne sparen möchten, gibt es mittlerweile zahlreiche Produkte, die mit Ersatzstoffen gesüßt werden. Zum Beispiel mit Stevia. Dieser Stoff darf jedoch nur in gewissen Mengen in ein Produkt und wird daher meistens noch mit ganz normalem Zucker ergänzt. So etwa die neue grüne Coca Cola Life, die zwar damit beworben wird, mit Stevia gesüßt zu sein, von Verbraucherschützern aber als „Zuckerbombe“ bezeichnet wurde. Laut Valet ist bei vielen Süßstoffen außerdem gar nicht bekannt, ob sie überhaupt weniger ungesund sind als Zucker. „Dann gibt es noch Zuckeralkohole wie Xylit (E967), Maltit (E 965) oder Lactit (E966).“ Diese Stoffe können zu Magen-Darm-Problemen führen. Produkte, in denen sie enthalten sind, müssen daher den Warnhinweis tragen: „Kann beim Verzehr größerer Mengen abführen wirken.“ In geringeren Mengen können solche Stoffe Gesundheitsexperten zufolge aber auch dazu beitragen, die Verdauung anzuregen. (ad)