Weniger Fleisch schützt die Gesundheit und Umwelt

Sebastian

Reduzierter Fleischkonsum kann Treibhausgase senken

13.11.2012

Vegetarier wissen es schon lange: Der Verzicht von Fleisch kann den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch reduzieren. Lediglich die Einschränkung des Fleischkonsums kann laut der Umweltschutzorganisation WWF bereits zu einer Einsparung von etwa neun Millionen Tonnen Treibhausgas pro Jahr führen, wenn Konsumenten wenigstens einmal pro Woche auf das Essen von Fleisch verzichten würden.

Wer weniger Fleisch isst, tut nicht nur etwas gutes für seine Gesundheit, sondern kann auch noch obendrein das Klima retten. Das belegt eine aktuelle Studie der Umweltorganisation WWF, die am Dienstag in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Weniger Fleisch und weniger Wegwerfmentalität
Würde demnach jeder Bundesbürger seinen Fleischverzehr auf ein gesundes Maß reduzieren und zusätzlich weniger Lebensmittel in den Müll schmeißen, „könnten pro Jahr 67 Millionen Tonnen an Treibhausgasemissionen eingespart werden.“ Die Einsparungen an klimaschädlichen Treibhausgasen würde dann in etwa dem jährlichen Gesamtausstoß Portugals entsprechen. Daher, so die WWF, sollte der weltweit steigende Fleischkonsum „als Faktor im Kampf gegen den Klimawandel endlich mehr Bedeutung beigemessen werden“.

„Wer in der Mittagspause statt Schinkenbrötchen oder Hamburger, die Pasta mit Tomatensauce oder Ratatouille wählt betreibt aktiven Klimaschutz“, fasst Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin Klimaschutz und Ernährung die Ergebnisse der Studie „Klimawandel auf dem Teller“ zusammen. „Selbst wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das noch zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen. Das entspricht umgerechnet 75 Milliarden PKW-Kilometern.“

Nicht mehr als 450 Gramm Fleisch pro Woche
Gemäß der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Erwachsene nicht mehr als 450 Gramm Fleisch pro Woche essen. Diese Gesundheitsempfehlung könne sich positiv auf den Ressourcen- und Klimaschutz auswirken. Würden darüber hinaus die Menschen in Deutschland weniger Lebensmittel wegwerfen, könnten pro Einwohner und Jahr „Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 800 Kilogramm CO2-Äquivalenten eingespart werden“. Derzeit verursacht ein Bundesbürger pro Jahr rund 11 Tonnen CO2-Abgase. Eine andere Studie kam gar zu dem Ergebnis, dass Vegetarier länger leben.

Weniger Fleischnachfrage gleich weniger Abholzung der Regenwälder
Zudem zeigte die Studie, dass die indirekten Emissionen eine fundamentale Bedeutung haben. Diese entstehen zum Beispiel durch die Abholzung tropischer Regelwälder zugunsten von Weide- und Anbauflächen für Tiere und Tierfuttermittel. In diesem Kontext könnte eine gesündere Ernährung dazu beitragen, dass erhebliche Mengen an Treibhausgasen eingespart werden, weil die Nachfrage nach Fleisch sinke. „Allein über eine gesunde Ernährung und einer verringerten Lebensmittelverschwendung ließen sich demnach in Deutschland pro Jahr rund 35 Millionen Tonnen an indirekten Emissionen vermeiden, resümieren die Studienautoren. (sb)

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