Weniger jugendliche Komasäufer

Fabian Peters

In Bayern ist die Zahl der jugendlichen Komasäufer erstmals seit 2066 zurückgegangen

06.12.2013

Über Jahre hat die Zahl der jugendlichen Komasäufer kontinuierlich zugenommen und eine intensive Debatte über mögliche Maßnahmen zur Eindämmung des Alkoholmissbrauchs unter Heranwachsenden ausgelöst. Nun meldet die DAK-Gesundheit, dass 2012 in Bayern erstmals seit dem Jahr 2006 weniger jugendliche Komasäufer zu verzeichnen waren. Immer noch landeten jedoch mehr als 5.500 Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Eine Zahl, die verdeutlicht, dass hier weiterhin Handlungsbedarf besteht.

Unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Zahlen des Statistischen Landesamtes berichtet die DAK, dass die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, im Jahr 2012 um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken sei. Nach sechs Jahren der stetigen Zunahme konnte demnach erstmalig ein Rückgang der jugendliche Komasäufer in Bayern festgestellt werden.

Mehr als 5.500 Jugendliche wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus
Der aktuellen Statistik für Bayern zufolge wurden „im vergangenen Jahr insgesamt 3.446 Jungen und 2.120 Mädchen in der Altersgruppe der zehn bis unter 20-Jährigen mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus“ eingeliefert, so die Mitteilung der DAK. Mit 5.566 Betroffenen seien insgesamt 83 weniger Heranwachsende als im Jahr 2011 wegen ihres Alkoholmissbrauchs behandelt worden. „Sowohl bei den Jungen (minus 1,3 Prozent) als auch bei den Mädchen (minus 1,7 Prozent) ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahr zurück“, berichtet die Krankenkasse. Seit 2006 habe die Landesstatistik immer einen Anstieg beim Alkoholmissbrauch von Jugendlichen mit Klinikaufenthalt ausgewiesen. Der jetzige Rückgang sei daher durchaus erfreulich, betonte der Landeschef der DAK-Gesundheit in Bayern, Gottfried Prehofer. Doch „müssen wir unsere Präventionsarbeit mit den jungen Menschen intensiv fortführen“, so Prehofer weiter.

Trendwende beim Komasaufen oder einmaliger Effekt?
Die DAK rechnet nachträglich noch mit einer leichten Erhöhung der Anzahl jugendlicher Komasäufer in der Statistik des bayrischen Landesamtes, „da bislang die Kinder und Jugendlichen aus Bayern, die im vergangenen Jahr in den anderen Bundesländern behandelt wurden“, noch nicht berücksichtigt sind. Somit wird der leichte Rückgang der jugendlichen Komasäufer wahrscheinlich noch etwas geringer ausfallen, als die ohnehin schwachen 1,5 Prozent. Ob hier eine nachhaltige Trendwende zu verzeichnen ist oder lediglich ein einmaliger Effekt, wird demnach auch im Zusammenhang mit der künftigen Präventionsarbeit stehen. Die DAK will nach eigenen Angaben ihre „mehrfach ausgezeichnete Aufklärungskampagne bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ auch im Jahr 2014 fortsetzen. Die Schirmherrschaft werde Bayerns neue Gesundheitsministerin Melanie Huml übernehmen.

Präventionskampagne „bunt statt blau“ wird fortgesetzt
Die Kampagne „bunt statt blau“ basiert auf einem bundesweiten Wettbewerb, in dem Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren mit Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken entwickeln. Derzeit werden von der DAK in Bayern mehr als 1.900 Schulen angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen, so die Mitteilung der Krankenkasse. Weitere Informationen finden sich zudem auf der Internetseite der DAK unter dem Suchbegriff „bunt statt blau“. Im Rahmen der seit 2010 stattfindenden Kampagne konnten bislang über 52.000 junge Künstler ihr Talent beweisen und haben gleichzeitig einen Beitrag zur Prävention des Alkoholmissbrauchs geleistet, berichtet die DAK. (fp)

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