Wenig Pestizidrückstände in saisonalem Gemüse

Heilpraxisnet

Saisonales Gemüse enthält weniger Pestizidrückstände als asaisonale Ware

18.12.2014

Saisonales, regionales Gemüse bietet in Bezug auf die Pestizid-Belastung deutlich Vorteile gegenüber importierter, asaisonaler Ware, so das Ergebnis eines aktuellen Tests der Umweltschutzorganisation Global 2000 und der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ).

Gemeinsam mit der Arbeitskammer Niederösterreich hat GLOBAL 2000 die Obst- und Gemüse-Zutaten zweier verschiedener Weihnachtsmenüs auf Pestizid-Rückstände untersucht, wobei das eine Menü komplett aus saisonalem, regionalem Obst und Gemüse zusammengestellt wurde und das andere aus importierten Waren, die in unseren Breitengraden über Winter nicht gedeihen. Beispielweise seien hier „Tomaten aus Marokko, Fisolen aus Ägypten, Häuptelsalat aus Italien, Weintrauben aus der Türkei, Heidelbeeren aus Argentinien oder Kirschen aus Chile“ verwendet worden, berichtet Global 2000. Die saisonalen heimischen Anbauprodukte schnitten laut Angaben der Umweltschutzorganisation insgesamt deutlich besser ab, als die asaisonale importierte Ware.

Regionales und saisonales Gemüse kaum belastet
„Erfreulich ist, dass das regionale und saisonale Obst und Gemüse durchgängig eine sehr geringe Pestizid-Belastung aufwies“, berichtet Dr. Waltraud Novak, Testleiterin von Seiten der Umweltschutz organisation GLOBAL 2000. So hätten 80 Prozent der Produkte gar keine oder nur einen Pestizid-Wirkstoff enthalten. Vollständig anders stelle sich die Situation bei den nicht-saisonalen Produkten dar. Hier sei „kein einziger Probenpool frei von Wirkstoffen“ gewesen. „Im Pool der Trauben wurden sogar 12 Pestizide detektiert“, so Global 2000 weiter. Durchschnittlich 5,3 Wirkstoffe pro Produkt seien bei dem asaisonale Menü nachgewiesen worden, „während auf dem saisonalen durchschnittlich nur 1,1 Wirkstoffe zu finden waren.“

Grenzwertüberschreitung bei einem asaisonalen Produkt
Die höchste Gesamt-Pestizidbelastung wies laut Angaben der Umweltschutzorganisation eine Probe Rucola aus Italien mit über zehn Milligramm Pestiziden pro Kilogramm auf. Insgesamt habe die durchschnittliche Pestizid-Belastung bei den asaisonalen Produktpools 1,2 Milligramm pro Kilogramm erreicht, während sie bei dem saisonalen Menü nur 0,05 Milligramm pro Kilogramm betrug, berichtet Global 2000. Zudem sei bei dem asaisonalen Gemüse eine Überschreitung des gesetzlichen Höchstwertes festgestellt worden. In Jungzwiebeln aus Italien fanden die Tester zu hohe Mengen des Wirkstoffs Chlorpyrifos. Des Weiteren seien in zwei Produkten Höchstwertüberschreitungen innerhalb der Analysentoleranz nachgewiesen worden, nämlich in Rucola und Petersilie aus Italien, so die Mitteilung der Umweltschutzorganisation.

Mangelhafte Kennzeichnung der Herkunft
Das heimische Wintergemüse überzeugt nicht nur durch seine geschmackliche Vielfalt, es punktet mit eindeutig geringeren Pestizid-Rückständen und niedrigerer CO2- Belastung, erläutert der AKNÖ-Experte Helmut Bohacek. Zudem sei bei den importierten Produkten die Kennzeichnung der Herkunft zum Teil sehr mangelhaft. Meistens stehe an den Verkaufsregalen nur „Herkunft siehe Etikett“, doch „auf den Etiketten muss man oft sprichwörtlich mit der Lupe suchen, um einen Hinweis zu finden, woher das Produkt denn nun wirklich stammt“, so die Kritik von Bohcek. Hier seien dringend verbraucherfreundliche, einheitliche Kennzeichnungen erforderlich.

Heimisches saisonales Obst und Gemüse mit Vorteilen für die CO2-Bilanz
eben der höheren Pestizidbelastung auch eine deutlich schlechtere CO2-Bilanz auf, als saisonale Ware. Denn durch den Transport und die Produktionsweise werde ein enormer CO2-Verbrauch bedingt. „Das Kilo Kirschen aus Chile benötigte für seinen Transport mit dem Flugzeug über 26 kg CO2-Äquivalente. Dies entspricht rund 150 km Autofahren“, erläutert Dr. Waltraud Novak. Selbst bei heimischer Produktion der asaisonalen Produkte (zum Beispiel Erdbeeren, Himbeeren und Tomaten) falle durch den Anbau in beheizten Glashäusern ein bis zu 30 Mal höherer CO2-Ausstoß an, als wenn sie in der Saison auf dem Feld wachsen würden, so die Expertin weiter. Unter Umweltgesichtspunkten ist laut Mitteilung von Global 2000 daher die Dreier-Kombination aus „Bio – saisonal – regional“ am besten – also heimisches, saisonales Gemüse aus biologischem Anbau. (fp)

Bild: Mika Abey / pixelio.de