Wenn die Gesichtshaut blüht: Rosazea

Heilpraxisnet

Wenn die Gesichtshaut erblüht: Rosazea-Behandlung braucht Zeit

30.10.2014

Bei der Hautkrankheit Rosazea handelt es sich keineswegs um eine bösartige oder gar ansteckende Erkrankung. Dennoch wird beim Auftreten von merklichen Veränderungen der Gesichtshaut zu einem zügigen Facharztbesuch geraten, denn die für Rosazea typischen Hautveränderungen wie Pusteln oder Rötungen verursachen bei den Betroffenen oft psychische Probleme. „Ob es sich um Rosazea oder eine andere Hautkrankheit mit ähnlichen Symptomen handelt, kann letztendlich nur ein Hautarzt feststellen”, betont Renate Donath, Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Kosmetiker/innen (BDK).

Verlauf beginnt mit Rötungen
Die Rosazea beginnt mit Rötungen der Haut und bildet dann Knötchen und eitrige Pickel im Gesicht. Dabei ähnelt der Verlauf dem Erblühen eines Rosengewächses, wodurch sich der Name der Erkrankung ableitet. „Ein Zusammenhang mit Akne besteht grundsätzlich, dennoch ist die Rosazea als eigenständige Erkrankung zu sehen”, erklärt Ingo Schugt vom Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD). Derzeit gibt es dem Verband zufolge rund vier Millionen Fälle von Rosazea in Deutschland.

Ursachen unklar
Zu den Ursachen gibt es bislang keine eindeutige wissenschaftliche Erklärung. „Vermutet wird unter anderem, dass eine überzogene Immunreaktion die Entzündung bei der Rosazea auslösen könnte”, erläutert Tonja von Seelen vom Bundesverband Deutscher Apotheker (BVDA). „Möglicherweise tritt Rosazea aber auch aufgrund einer Durchblutungsstörung der Gefäße im Gesichtsbereich auf”, ergänzt Schugt gegenüber der Aachener Zeitung.Möglich ist aber auch, dass sie erblicher Natur ist, oder auf hormonellen Veränderungen beruht. Erwachsene, hellhäutige Personen des Hauttyps I und II erkranken eher als Menschen mit dunklerer Haut. Wie Dr. Kurt-Heiner Schlacke, Hautarzt aus Bremerhaven, auf der Webseite des BVDD erläutert: „Daher wird bei dieser Erkrankung auch oft vom Fluch der Kelten gesprochen.”

Krankheit keineswegs nur kosmetisches Problem
Der Krankheitsverlauf hat mehrere Stadien. Zunächst treten phasenweise Rötungen der Gesichtshaut auf, die dann dauerhaft bleiben. Es folgen Pusteln, Eiterpickel und schwere Entzündungen. Zu der Rötung der Nase kann schließlich auch noch eine Verdickung derselben kommen, umgangssprachlich auch Knollen- oder Säufernase genannt. „Die Symptome können durch den Genuss von Alkohol, scharfen Speisen oder durch Stress einen Schub erhalten”, sagt von Seelen. Da jeder anders reagiert, muss jeder Betroffene für sich herausfinden, was die Symptome verschlimmert. Sonnenbäder und Saunabesuche sollten sie meiden, wie die Aachener Zeitung weiter berichtet.

Schlacke betont allerdings, dass es sich keineswegs nur um ein kosmetisches Problem handele: So können manche Formen der Krankheit Fieber verursachen. Zudem ist ein Übergreifen auf die Augen möglich, was die Erblindung des Betroffenen zur Folge haben kann. Er empfiehlt deshalb ein rechtzeitiges Eingreifen: „Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen, die Krankheit unter Kontrolle zu bekommen.“

Richtige Hautpflege wichtig
Eine wichtige Rolle kommt der Hautpflege zu. „Die Gesichtshaut sollte mit einem milden und pH-neutralen Reinigungsschaum gesäubert werden”, rät Schugt. Anschließend können beispielsweise entzündungshemmende Cremes aufgetragen werden. „Alles, was unter fettreicher Pflege läuft, sollte der Patient vermeiden, da damit die Symptome verstärkt werden”, erklärt der Hautarzt. „Oft wird Azelainsäure als Gel verschrieben”, berichtet von Seelen.
Auch Metronidazol ist ein „bewährter Wirkstoff“ der in Salben- und Gelform erhältlich ist und hilft die Symptome zu lindern. Zudem können betroffene Frauen ein spezielles Camuflage Make Up benutzen, um die Hautveränderungen abzudecken.

Kortison nur in Notfällen Option
Von der Anwendung von Kortison sollte hingegen abgesehen werden, da die Symptome beim Absetzen des Medikamentes stärker auftreten als vor der Anwendung. „Kortison-Salben stellen keine Option dar und bleiben absoluten Sonderfällen wie etwa schwersten entzündlichen Rosazea-Varianten vorbehalten”, erklärt Schugt.

Alternative Behandlungsmethoden
Stattdessen können ergänzend zur Hautpflege Tabletten verschrieben werden. Außerdem empfiehlt Renate Donath Gesichtsmassagen: „Die Massage wird mit den Fingerkuppen mit mehr oder weniger starkem Druck, je nach Gesichtsareal, durchgeführt.” „Die Massage ist ein intensives Gefäßtraining und wichtig, wenn die Haut gesund werden soll”, fügt Donath hinzu. In fortgeschrittenen Fällen z.B. mit Knollennase wird allerdings oft eine Lasertherapie oder Operation notwendig.

Als Hausmittel gegen Rosazea empfiehlt Donath Holunderblütenwasser zur Behandlung der Gesichtshaut. Außerdem "können warme Kompressen mit Teebaumöl helfen, wobei Allergiker allerdings vorsichtig sein sollten. Da Stress als ursächlich gilt, kommen in der Naturheilkunde zusätzlich regulierende Behandlungsansätze zum Tragen. So kann Yoga oder autogenes Training den Stressabbau fördern und so zur Heilung beitragen. In der Homöopathie kommen die Wirkstoffe Abrotanum, Kalium, Phosphoricum und Kalium sulfuricum zum Einsatz. Auch die sogenannte Hydrotherapiei st vielversprechend. Allgemein gilt: „Rosazea ist gut behandelbar, aber oft ist Geduld nötig, um Besserungen am Hautbild zu sehen,” so Schugt. (jp)

Bild: Falk / pixelio.de