Wenn das Baby in der Nacht schreit: Eltern sollten aufkommenden Stress eher vermeiden

Weniger Stress ausstrahlen... Bild: Aliaksei Lasevich - fotolia
Sebastian
Trotz nervlicher Belastung möglichst Ruhe bewahren
Babys weinen, wenn sie z.B. Hunger haben oder die Windel gewechselt werden muss. Das ist ganz normal. Doch wacht der Säugling nachts zum fünften Mal schreiend auf und lässt sich nicht beruhigen, liegen die Nerven bei den Eltern oft blank. Statt hektisch und gestresst zur reagieren, sollten Mütter und Väter jedoch möglichst ruhig bleiben. Denn die Anspannung kann sich auf das Kind übertragen und die Situation dadurch sogar verschlimmern.
Einstellung gegenüber der Situation ist sehr wichtig
Die meisten frisch gebackenen Eltern werden nachts mehrmals von ihrem Baby geweckt. Es wacht weinend auf, weil es Hunger oder eine volle Windel hat oder sich einfach der Nähe der Eltern vergewissern möchte. Passiert das regelmäßig in der Nacht, kann das ganz schön die Nerven strapazieren. Vor allem, wenn sich das Kind nur schwer beruhigen lässt und und nicht aufhört zu schreien. In diesem Fall ist die Einstellung der Eltern sehr wichtig, erklärt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Reagieren diese aufgeregt, nervös und angespannt, kann sich die Unruhe auf das Kind übertragen – was dazu führt, dass es sich noch schlechter beruhigen lässt.

Weniger Stress ausstrahlen... Bild: Aliaksei Lasevich - fotolia
Weniger Stress ausstrahlen… Bild: Aliaksei Lasevich – fotolia

Daher sie es ratsam, sich zunächst vor Augen zu führen: „Das bleibt nicht für immer so. Irgendwann wird es besser!“ führt der Experte fort. Planen lässt sich dies jedoch nicht, denn das Schlafverhalten des Babys sei kaum zu beeinflussen. Daher raten Experten auch immer wieder davon ab, ein Durchschlafen durch „kontrolliertes Schreien“ erzwingen zu wollen. Diese so genannte „Ferber-Methode“ wird von vielen Psychotherapeuten und Psychologen scharf kritisiert, da sie zum Teil schwerwiegende psychische Folgen haben kann. Denn bleibt die Reaktion der Eltern auf das nächtliche Weinen aus, kann dies der „sicheren Mutter-Kind-Bindung“ und der Schaffung des Urvertrauens schaden, so die Meinung der Experten.

Manche Kinder schlafen ruhiger in eigenem Zimmer
Kommt das Kind in seinem Bettchen neben dem Elternbett nicht zur Ruhe, könne möglicherweise ein Umzug Abhilfe schaffen. „Manche Kinder schlafen in ihrem eigenen Zimmer besser“, so Ritzer-Sachs. Hier bestehe normalerweise selbst bei sehr kleinen Kindern kein Problem, da durch ein Babyphone sofort reagiert werden könne, wenn es aufwacht.

In manchen Fällen könne es dem Experten zufolge helfen, dass weinende Baby nicht sofort hochzunehmen, um Stress und Hektik zu vermeiden. Dies gelte aber natürlich nur, wenn Hunger und eine volle Windel als Grund für das Weinen ausgeschlossen werden können. Oft sei es beruhigend für das Kind, wenn man es erst mal nur anschaut, leise zu ihm spricht oder es streichelt, erklärt Ritzer-Sachs. Bei Unsicherheit kann der Kinderarzt, die Hebamme oder eine Frühförderstelle Hilfestellung bieten. Eltern sollten sich nicht scheuen, diese Angebote im Bedarfsfall zu nutzen. „Niemand findet es komisch, wenn Eltern besorgt sind, weil das Baby nachts oft aufwacht“, so der Experte. Häufig könnten schon Zweifel ausgeräumt werden, wenn die Eltern hören, dass ihr Handeln in Ordnung sei, ergänzt Ritzer-Sachs. (nr)

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