Wenn keine Therapie hilft: Psychische Faktoren als Ursache für Schmerzen

Fabian Peters
Psychische Faktoren: Wenn nichts mehr gegen Schmerzen hilft

Medikamente, Massagen, warmes Bad – Wenn nichts mehr gegen Nackenverspannungen oder Rückenschmerzen hilft, sollte man auch psychische Ursachen für die Beschwerden in Betracht ziehen. Helfen können unter anderem Bewegung und Entspannung.

Psychische Faktoren können Ursache für Schmerzen sein
Menschen, die an Rückenschmerzen leiden, haben meist schon einiges ausprobiert: Schmerzmittel, Physiotherapie, Wärmflasche. Viele Betroffene werden die Beschwerden aber einfach nicht los. In solchen Fällen können auch psychische Faktoren die Ursache für die Schmerzen sein. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa hingewiesen. Professor Arno Deister von der DGPPN erklärte: „Wenn Menschen dauerhaft Stressfaktoren und psychischen Belastungen ausgesetzt sind, ohne diese bewusst wahrzunehmen oder ohne adäquat darauf zu reagieren, kann sich dies in körperlichen Symptomen äußern.“

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Bewegungsmangel verstärkt das Problem
Meist sind gerade die, die depressive Symptome haben, empfänglicher für Schmerzen. Angsterkrankungen gehen oft mit Verspannungen im Nacken oder Rücken einher, da Betroffene meist auch muskulär angespannter sind. Meist ist es ein großer Fehler, wenn man bei Rückenschmerzen Bewegung vermeidet. „Bewegungsmangel und eine unnatürliche Schonhaltung führen zu neuen Verspannungen und somit zu neuen Schmerzen“, erklärte Deister. Es kann dadurch ein Teufelskreis entstehen und akuter Schmerz chronisch werden. Bei Depressionen verhält es sich ähnlich: Diese können Antriebslosigkeit oder Pessimismus verstärken und damit wiederum Bewegungsmangel und Anspannung zur Folge haben.

Bewegung und Stressbewältigung können helfen
Helfen kann unter anderem mehr Bewegung und zwar am besten draußen. Doch auch Rückenschmerzen-Übungen und körperliche Übungen zur Kräftigung der Muskulatur, etwa durch Treppenlaufen oder Bauchmuskeltraining können helfen, sich bald besser zu fühlen. Manche setzen auf unkonventionelle Methoden wie Akupunktur oder Osteopathie. Menschen, die an Übergewicht oder Adipositas leiden, sollten über eine Gewichtsreduktion nachdenken, um den Rücken zu entlasten. Ratsam sind auf jeden Fall Entspannungsübungen zum Stressabbau. Dabei bieten sich beispielsweise Yoga oder Autogenes Training an. Zur Stressbewältigung sollte man sich im Zweifel professionelle Hilfe suchen. Meist lassen sich die sogenannten psychosomatischen Erkrankungen oder Störungen mit einer Psychotherapie gut behandeln. Diese wird unter Umständen etwa um Bewegungstherapie ergänzt. Laut DGPPN sind sieben bis zehn Prozent der Menschen betroffen. (ad)

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