Wenn unser Herz rennt: Wann wird Herzrasen lebensgefährlich?

Fabian Peters
Harmloses und gefährliches Herzrasen schwer zu unterscheiden
Eine erhöhte Herzfrequenz kann unter verschiedenen Voraussetzungen völlig normal sein, doch ist plötzliches Herzrasen ohne erkennbaren Grund in jedem Fall Anlass, einen Arzt aufzusuchen. Die Deutsche Herzstiftung hat nun eine Checkliste bereitgestellt, welche bei der Einordnung des Herzrasens helfen soll.

Wenn das Herz schneller schlägt, sind laut Angaben der Deutschen Herzstiftung meist Aufregung oder körperliche Anstrengung die Ursache. Sollte das Herz allerdings ohne erkennbaren Grund plötzlich zu rasen beginnen, mache dies einen Arztbesuch dringend erforderlich. Zudem helfe die Checkliste der Herzstiftung bei der Suche nach der Ursache.

Bei Herzrasen ist es schwer zwischen gutartigen und gefährlichen Formen zu unterscheiden. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Vorhofflimmern oft Ursache für Herzrasen
Plötzliches Herzrasen ist für die Betroffenen sehr unangenehm und wird zudem oft von Schwindel, Atemnot oder Angstgefühle begleitet, berichtet die Deutsche Herzstiftung. Derartige Anfälle seien in jedem Fall ärztlich abzuklären, da gefährliche Herzkrankheiten dahinter stecken können. So erreiche beispielsweise bei Vorhofflimmern die Herzfrequenzen über 140 Schlägen pro Minute. „Diese häufigste Form von Herzrhythmusstörungen ist zwar nicht akut gefährlich, (…) allerdings können sich in den Vorhöfen Blutgerinnsel bilden, die dann in der Folge einen Schlaganfall auslösen können“, berichtet die Deutsche Herzstiftung. Von Vorhofflimmern seien in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen betroffen.

Nicht immer besteht Grund zur Sorge
Grundsätzlich ist nicht jedes Herzrasen gefährlich. Bei Anfällen, die plötzlich, ohne jeden Anlass beginnen und sich sich durch Manöver wie das Trinken eines Glases Wassers beenden lassen, stehen „die Chancen gut, dass es sich um gutartiges Herzjagen handelt“, so die Mitteilung der Deutschen Herzstiftung. Zwar könne auch diese Form der Herzrhythmusstörung für Betroffene sehr belastend sein, aber in den meisten Fällen lasse sie sich heilen.

Mehr zum Thema:

Untersuchung durch einen Kardiologen angeraten
Menschen mit Herzrhythmusstörungen reagieren laut Angaben der Deutschen Herzstiftung oft mit großer Unsicherheit auf ihre Beschwerden. Ob diese harmlos oder gefährlich sind und wie sie behandelt werden können, ist für sie nur schwer einzuschätzen. „Ob Herzrhythmusstörungen harmlos, weniger harmlos oder lebensbedrohlich sind, kann nur ein Kardiologe nach ausführlicher Untersuchung des Patienten entscheiden“, betont der Herzspezialist Professor Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Patienten, die aus dem Nichts heraus Anfälle von Herzrasen erleben, sollten dies daher dringend ärztlich überprüfen lassen. (fp)