Wer ist wehleidiger: Männer oder Frauen?

Alfred Domke

Umfrage zum Umgang mit Gesundheit und Krankheit: Wer ist wehleidiger: Männer oder Frauen?

20.06.2013

"Jammerlappen!" Ein Begriff, der gern Menschen gegenüber gebraucht wird, die sich zu sehr oder zu schnell selbst bemitleiden und eben jammern. Ist es eine typisch männliche Angewohnheit, wehleidiger bei leichten Krankheiten zu sein?

Deutliche Wahrnehmungsunterschiede der Geschlechter
Sind sie wirklich viel wehleidiger als Frauen, oder stimmen eher die Klischees vom „Typischen Mann“, der, wie die „Indianer keinen Schmerz kennt“? Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg, ergaben jedenfalls, dass es enorme Unterschiede gibt zwischen Außen- und Selbstwahrnehmung der Geschlechter. In der Umfrage zum männlichen Umgang mit Gesundheit und Krankheit meinte der Großteil der Frauen mit 85,1 Prozent, dass Männer häufig wehleidiger als sie selbst seien und schon jammern würden, wenn sich die ersten Anzeichen einer Krankheit zeigen. Männer teilten diese Sicht mit 47,0 Prozent viel seltener.

Männer glauben ihr Leben sei anstrengender
Für 71,0 Prozent, also fast drei Viertel der Männer steht fest, dass sie wegen ihrer in der Regel meist größeren beruflichen Belastung ein anstrengenderes und stressigeres Leben führten und deshalb auch früher sterben würden. Weniger als die Hälfte der Frauen (46,3 Prozent) teilt diese Sicht. Ebenso zweifelt das weibliche Geschlecht daran, dass Männer sportlich aktiver und damit gesünder als sie selbst seien. Diese These vertreten 17,1 Prozent der Frauen, aber mit 33,1 Prozent fast jeder dritte Mann.

Biologisch begründete Wehleidigkeit
Zur Wehleidigkeit gibt es auch Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien. So haben Britische Forscher der Queen Mary University in London herausgefunden, dass das männliche Immunsystem im Gegensatz zum weiblichen langsamer und weniger effizient auf Infektionskrankheiten reagiert. Dies sei der Grund dafür, dass Krankheiten bei Männern immer gravierender verliefen als bei Frauen. Dementsprechend würden sich Männer auch kränker fühlen, als Frauen. Die Ergebnisse wurden zwar bei der Untersuchung von Mäusen erzielt, seien jedoch laut Forscher ohne weiteres auf den Menschen übertragbar. (ad)

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Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de