Wer mit dem Sport aufhört kann Depressionen verstärken

Alexander Stindt

Wenn Menschen mit dem Sport aufhören, verstärken sich depressive Symptome

Sport ist gesund für Körper und Geist – in dieser Aussage steckte eine Menge Wahrheit. Forscher haben jetzt festgestellt, dass Menschen, die aufhören sportliche Aktivitäten durchzuführen, verstärkt an depressiven Symptomen leiden.


Die Wissenschaftler der University of Adelaide stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass die Einstellung von sportlichen Aktivitäten dazu führen kann, dass wir depressive Symptome entwickeln. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Journal of Affective Disorders“.

Wenn Menschen aufhören Sport zu treiben, erhöht sich dadurch die Wahrscheinlichkeit in kürzester Zeit Symptome von Depressionen zu entwickeln. (Bild: Paolese/fotolia.com)

Bewegung ist wichtig für körperliche und geistige Gesundheit

„Ausreichende körperliche Aktivität und Bewegung sind wichtig für die körperliche und geistige Gesundheit“, erklärt Julie Morgan von der University of Adelaide. Für ihre Forschungsarbeit überprüften die Wissenschaftler die Ergebnisse früherer Studien, in denen untersucht wurde, welche Auswirkungen es hat, wenn regelmäßig aktive Erwachsene ihre sportlichen Aktivitäten einstellen.

Wie viel sportliche Aktivität pro Woche ist empfehlenswert?

Die aktuellen Leitlinien für die öffentliche Gesundheit empfehlen, dass Menschen zumindest an den meisten Tagen der Woche körperlich aktiv sein sollten, wenn möglich sogar an allen Tagen. Mindestens 150 Minuten Bewegung mit moderater Intensität pro Woche werden von Experten empfohlen, um die Gesundheit aufrecht zu erhalten und eine Depression zu verhindern. 75 Minuten intensives Training können einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen bewirken, fügen die Mediziner hinzu.

Regelmäßiges Training kann Depressionen reduzieren

„Die umfangreiche klinische Evidenz belegt, dass regelmäßiges Training Depressionen reduzieren und behandeln kann. Allerdings gibt es nur wenig Forschung darüber, was passiert, wenn das Training beendet wird“, fügt Julie Morgan in einer Pressemitteilung hinzu.

152 Probanden wurden genau untersucht

In den überprüften Studien wurde die Beendigung der körperlichen Betätigung bei 152 Erwachsenen genauer untersucht. Die Teilnehmer hatten jeweils mindestens 30 Minuten lang drei Mal pro Woche für einen Zeitraum von drei Monaten trainiert. „In einigen Fällen führte die Beendigung dieses Trainings zu signifikanten Erhöhungen der depressiven Symptome nach nur drei Tagen“, sagt Professor Bernhard Baune, Leiter der Psychiatrie an der University of Adelaide. Andere Studien ergaben zuvor, dass die depressiven Symptome der Menschen nach den ersten ein bis zwei Wochen anstiegen, was immer noch sehr schnell nach dem Absetzen der Übungen ist. Depressive Symptome, welche sich aus der Beendigung des Trainings ergeben, treten in Abwesenheit der typischen biologischen Marker auf, welche üblicherweise mit depressiven Symptomen verbunden sind, erläutert Professor Baune weiter.

Zusätzliche Forschung ist nötig

Der Mangel an Forschung in diesem speziellen Bereich weist auf die Notwendigkeit weiterer Studien hin. So könnte in Zukunft besser verstanden werden, wie die Einstellung von sportlichen Aktivitäten depressive Symptome beeinflusst. Die Anzahl der untersuchten Probanden in den Studie war leider nur relativ gering, deswegen sollten die Ergebnisse durch größere Studien überprüft werden, fügt der Prof. Baune hinzu. Vorerst sei es wichtig, dass die Menschen die möglichen Auswirkungen von sportlicher Aktivität auf ihr psychisches Wohlbefinden verstehen – auch die Folgen, wenn sie plötzlich aufhören sich regelmäßig zu bewegen oder Sport zu treiben, erläutert der Experte. (as)