WhatsApp Nachricht als sexueller Missbrauch einer Neunjährigen

Bild: Sebastian Duda - fotolia
Sebastian
(jur). Macht ein Erwachsener per WhatsApp-Nachricht einem neunjährigen Mädchen zweifelhafte Angebote, kann dies als sexueller Missbrauch von Kindern gewertet werden. Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm in einem am Freitag, 19. Februar 2016, bekanntgegebenen Beschluss klargestellt und damit die neunmonatige Bewährungsstrafe gegen einen Mann aus Oelde im Kreis Warendorf bestätigt (Az.: 4 RVs 144/15).

Urteil. Bild: Sebastian Duda - fotolia
Urteil. Bild: Sebastian Duda – fotolia

Der Mann hatte 2014 mit einem neunjährigen Mädchen über den Smartphone-Kurznachrichtendienst WhatsApp gechattet. Der damals 55-Jährige war nicht nur mit dem Kind, sondern auch mit dessen Mutter bekannt. Per WhatsApp fragte er die Neunjährige zunächst nach ihrem Freund und ob sie glücklich mit ihm sei.

Einige Tage später hakte er nach und wollte wissen, ob die Nacht mir ihrem Freund „schön“ gewesen sei und ob sie für ihn nicht auch eine Freundin habe. Diese müsse auch „nicht erwachsen“ sein, so der 55-Jährige. Mit der vermittelten Freundin könne man auch „zu 4 was machen“ „du und dein Freund und ich mit ihr“.

Die Mutter des Mädchens entdeckte schließlich die Nachrichten, es kam zum Gerichtsverfahren.

Das Amtsgericht verurteilte den Mann zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Das Strafgesetzbuch geht von dem Straftatbestand auch dann aus, wenn ein Täter mittels Informations- oder Kommunikationstechnologie auf ein Kind einwirkt, um es zu sexuellen Handlungen zu bewegen.

Die Nachricht des Angeklagten an die Neunjährige, „zu 4 was machen“ erfülle den Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs, bestätigte nun auch das OLG Hamm in seinem Beschluss vom 14. Januar 2016. Der Angeklagte habe hier auf das Mädchen „eingewirkt“. Der sexuelle Hintergrund gehe auch aus der vorherigen Textnachricht hervor, wo er nach dem Freund des Kindes und deren gemeinsamer Nacht gefragt habe.

Letztlich habe der Angeklagte ein sexuelles Erlebnis mit der Neunjährigen, ihrem Freund und einer Freundin vorgeschlagen. Dies habe das Amtsgericht zu Recht als strafbar bewertet. (fle/mwo)

Advertising