WHO: Experten sehen in Coronavirus eine Gefahr

Astrid Goldmayer

Erreger könnte laut WHO zur weltweiten Gefahr werden

29.05.2013

Das neue Coronavirus sorgt derzeit für große Besorgnis. Zum Abschluss der 66. Weltgesundheitsversammlung sprach die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einer weltweiten Gefahr. Von allen Gesundheitsproblemen mache Margaret Chan dieser Erreger „derzeit die größten Sorgen". Bislang sind 22 Menschen an einer Infektion mit dem Corona-Virus gestorben.

WHO zeigt sich besorgt über neuartiges Coronavirus
„Das neue Coronavirus ist eine Gefahr für die ganze Welt", sagte die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, zum Abschluss der 66. Weltgesundheitsversammlung in Genf. „Gemessen an den potentiellen Gefahren wissen wir zu wenig über dieses Virus." Das Coronavirus ähnelt dem Sars-Erreger, dem vor zehn Jahren rund 800 Menschen zum Opfer fielen.

Angaben der WHO zufolge wurden von September 2012 bis zum 23. Mai 2013 44 Infektionen mit dem neuen Erreger registriert. Die Ansteckung erfolgte vor allem im Nahen Osten in Saudi-Arabien, Jordanien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Allein die Gesundheitsbehörden Saudi-Arabiens sprachen von 22 Erkrankungen mit zehn Todesfällen. 22 Betroffene starben bislang insgesamt an der Infektion, die mit grippeähnlichen Symptomen beginnt und zu lebensbedrohlichen Entzündungen der Atemwege führen kann. Forscher bezeichnen das Coronavirus als Mers-CoV (Middle east Respiratory Syndrome Coronavirus), nachdem es zu Beginn die wissenschaftliche Bezeichnung hCoV-EMC trug. Auffällig ist, dass vor allem Männer von den Infektionen betroffen sind.

WHO fordert alle Länder zur gemeinsamen Bekämpfung des Erregers auf
„Das neue Coronavirus ist nicht ein Problem, das ein einzelnes betroffenes Land allein für sich lösen kann", betonte Chan. Die Ansteckungsfälle, die in Deutschland, Frankreich und Großbritannien Tunesien aufgetreten seien, stünden sehr wahrscheinlich mit Reisen in den Nahen Osten in Zusammenhang. Im März war ein 73-jähriger Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in München an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Die Kompetenzen und Stärken aller Länder „müssen zusammengeführt werden, um adäquat auf diese Bedrohung zu reagieren. Wir benötigen mehr Informationen und wir brauchen sie schnell!“, ergänzte Chan. Wie bereits angekündigt worden sei, „werden gemeinsame WHO-Einsätze mit Saudi Arabien und Tunesien sobald wie möglich stattfinden. Der Zweck ist das Zusammentragen von allen Fakten, um eine angemessene Risikobewertung durchführen zu können.“

Die WHO geht mittlerweile "von einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Coronavirus aus". Sowohl "Familienmitglieder von Erkrankten als auch Krankenhauspersonal hatten sich angesteckt". Auf welchem Wege die Übertragung genau erfolgt, ist bislang jedoch noch unklar. Ebenso konnte bis dato kein adäquates Mittel entwickelt werden, um den Virus zu stoppen. (ag)

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