WHO fordert Erhöhung der Tabak-Steuer

(Bild: Petra Beerhalter/fotolia.com)
Fabian Peters
Welt-Tabak-Bericht: Hohe Steuer das beste Mittel gegen Rauchen
Alle sechs Sekunden stirbt weltweit ein Mensch an den Folgen des Tabakkonsums. Dies geht aus dem aktuellen „Welt-Tabak-Bericht 2015“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. Danach könnte die Zahl der Opfer bis 2030 auf mehr als acht Millionen im Jahr steigen. Helfen könnten nach Angaben der WHO nur stärkere Gegenmaßnahmen wie die Erhöhung der Tabaksteuern. Denn dadurch könne die Raucherquote erwiesenermaßen deutlich reduziert werden.

Mehr als 600.000 Menschen sterben durch passives Rauchen
Immer mehr Menschen sterben trotz Aufklärungskampagnen, Werbeverboten, Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln und Rauchverboten durch den Konsum von Tabak. Wie der „Welt-Tabak-Bericht 2015“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufzeigt, fordert der blaue Dunst jedes sechs Millionen Opfer. Mehr als fünf Millionen dieser Todesfälle seien dabei das Ergebnis des direkten Konsums, während mehr als 600.000 Menschen als Nichtraucher durch passives Rauchen in Restaurants, Büros oder anderen geschlossenen Räumen ums Leben kommen. Damit würden an den Folgen des Rauchens mehr Menschen sterben als durch HIV bzw. Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen, so die WHO.

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Durch hohe Steuern auf Tabakprodukte lässt sich der Konsum am effizientesten eindämmen. (Bild: Petra Beerhalter/fotolia.com)

WHO empfiehlt Steuern in Höhe von drei Viertel des Verkaufspreises
Tabakbedingte Krankheiten seien dementsprechend „eine der größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit die die Welt je erlebt hat“, warnt die WHO. Rauchen zähle zu den bedeutendsten Risikofaktoren für Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. An diesen seien nach WHO-Angaben allein im Jahr 2012 insgesamt 16 Millionen Menschen vorzeitig, also vor ihrem 70. Lebensjahr verstorben. Nahezu 80 Prozent der weltweit rund eine Milliarde Raucher würden dabei in Ländern mit niedrigen oder mittleren Einkommen leben.

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Obwohl die Zahl der Raucher mittlerweile in vielen Ländern zurück gegangen sei, steige der Anteil aufgrund der wachsenden Bevölkerung insgesamt betrachtet weltweit an. Bis 2030 könnte die Zahl der Opfer dadurch bereits auf acht Millionen anwachsen – es sei denn, die Entwicklung würde durch schärfere Maßnahmen eingedämmt. Dies betrifft vor allem die Erhöhung der Tabaksteuer, denn bislang würde in nur 33 der 194 WHO-Ländern die empfohlene Steuerhöhe von drei Vierteln des Verkaufspreises gelten.

Steuererhöhung eine der effektivsten Methoden zur Reduzierung des Tabak-Konsums
Die Steuern auf Tabakprodukte zu erhöhen ist eine der wirkungsvollsten und wirtschaftlichsten Methoden, den Konsum von tödlichen Produkten einzudämmen und deutliche höhere Steuereinkünfte zu erzielen“, erklärte die Generaldirektorin der WHO, Dr. Margaret Chan. Dementsprechend appellierte sie an die Regierungen, sich nicht von den Argumenten der Industrie, sondern an den „Beweisen“ zu orientieren und „[…] eine der besten Win-Win-Stategie-Optionen zu nutzen, die für den Gesundheitsbereich verfügbar ist.“

Starker Rückgang bei den jugendlichen Rauchern
Einige Länder hätten bereits deutliche Erfolge verzeichnen können, so die Organisation weiter. „Belege aus Ländern wie China und Frankreich zeigen, dass höhere Tabakproduktpreise verbunden mit Steuererhöhungen zu einem Rückgang der Prävalenz des Rauchens und tabakbedingten Schäden wie Todesfälle durch Lungenkrebs führen“, so der Direktor der WHO- Abteilung für die Vermeidung übertragbarer Krankheiten, Dr. Douglas Bettcher.

In Deutschland wird die WHO-Empfehlung ebenfalls fast erreicht, denn knapp 75% des Verkaufspreises setzen sich mittlerweile aus Steuern zusammen. Durch die Preiserhöhungen und das 2009 eingeführte Verkaufsverbots an unter 18-jährige habe die Anzahl jugendlicher Raucher hierzulande bereits massiv reduziert werden können, so Kirsten Schotte von der WHO gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“.

Dies bestätigen auch die Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die seit 2001 einen starken Rückgang des Rauchens bei den 12- bis 17-jährigen verzeichnet. Während die Raucherquote in dieser Altersgruppe im Jahr 2001 noch bei 28 Prozent lag, sei im Jahr 2014 ein „historischer Tiefstand“ von knapp 10 Prozent erreicht worden, so die Information der BZgA. Das durchschnittliche Einstiegsalter liegt in Deutschland bei 14,8 Jahren, wobei die Gefahr einer Abhängigkeit umso höher sei, je früher Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen beginnen. Der Einstieg in das Rauchen werde laut der BZgA vor allem durch rauchende Eltern oder gleichaltrige Freunde sowie gezielte Werbung gefördert. Zudem würde die Hemmschwelle durch Zigaretten gesenkt, bei denen durch Zusatzstoffe wie Kakao und Menthol der Geschmack verbessert wird. (nr)

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