WHO-Forderung nach Sondersteuern auf zuckerhaltige Getränke

Alfred Domke
Erneut Zuckersteuer auf zuckrige Getränke gefordert
Immer mehr Menschen weltweit leiden an Übergewicht und Fettleibigkeit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht sich nun für die Einführung von Sondersteuern auf zuckrige Getränke stark, um das Problem zu bekämpfen.

Hoher Zuckerkonsum gefährdet die Gesundheit
Gesundheitsexperten warnen immer wieder: Vermeiden sie zu hohen Zuckerkonsum. Das Süßungsmittel kann bei häufigem Konsum zu enormen gesundheitlichen Problemen wie Karies, Adipositas, Bluthochdruck oder Diabetes führen. Viel Zucker wird über süße Limonaden aufgenommen. Solche Softdrinks sind oft Ursache für Übergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert nun die Einführung von Sondersteuern auf zuckrige Getränke, um das Problem Übergewicht zu bekämpfen.

Süße Softdrinks sind eine häufige Ursache für Übergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation fordert nun eine Sondersteuer auf zuckrige Getränke. (Bild: airborne77/fotolia.com)
Süße Softdrinks sind eine häufige Ursache für Übergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation fordert nun eine Sondersteuer auf zuckrige Getränke. (Bild: airborne77/fotolia.com)

WHO fordert Steuer auf zuckrige Getränke
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, erklärte die WHO am Dienstag in Genf, dass es vermehrt Belege dafür gebe, dass dadurch der Konsum solcher Getränke gebremst werde. Indem Regierungen entsprechende Abgaben einführten, „können sie Leiden vermindern und Leben retten“, sagte der Chef der WHO-Abteilung für die Prävention nicht-übertragbarer Krankheiten, Douglas Bettcher.

Laut WHO seien Steuern, die den Preis von zuckerhaltigen Softdrinks um 20 Prozent oder mehr anheben, besonders wirksam. Den Angaben zufolge führe eine Preiserhöhung um ein Fünftel dazu, dass im entsprechenden Land ein Fünftel weniger zuckrige Getränke konsumiert werde. Und eine Preissteigerung um 50 Prozent senke dementsprechend den Konsum um die Hälfte.

In manchen Ländern wird dem Problem Übergewicht bereits mit einer Zucker-Fett-Steuer begegnet. Eine Mehrheit der Deutschen lehnt die Zuckersteuer allerdings ab.

Quote übergewichtiger Menschen senken
Wie es in der Agenturmeldung heißt, folgt die WHO-Empfehlung auf ein Treffen von Steuerexperten im vergangenen Jahr, die den Auftrag hatten, verschiedene Belege und Fallstudien aus mehreren Ländern zu prüfen, um festzustellen, welche Vorgehensweise am besten hilft, die Quote übergewichtiger Menschen zu senken. So führte etwa eine 2014 eingeführte Steuer auf zuckrige Getränke in Mexiko mit Preissteigerungen von zehn Prozent zu einer Minderung des Konsums um sechs Prozent.

Nicht mehr als sechs Teelöffel Zucker pro Tag
Von der WHO wird bereits seit längerem empfohlen, dass maximal zehn Prozent der täglichen Kalorienzufuhr aus Zucker bestehen sollte. Mittlerweile spricht sie sich für eine Reduzierung der Grenze auf fünf Prozent aus. Das hieße, dass nicht mehr als sechs kleine Teelöffel Zucker pro Tag konsumiert werden sollten. In einem Softdrink sind allerdings etwa zehn Teelöffel Zucker enthalten.

Schätzungen der WHO zufolge ist weltweit etwa jeder dritte Erwachsene übergewichtig. Über eine halbe Milliarde Menschen sind demnach sogar fettleibig. 2015 seien etwa 42 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig oder fettleibig gewesen. (ad)