WHO-Studie: Jugendliche vielfach in Gefahr

Heilpraxisnet

Verkehrsunfälle sind weltweit die größte Gefahr für junge Menschen

14.05.2014

Weltweit sterben junge Menschen am häufigsten durch Verkehrsunfälle, gefolgt von Aids und Suizid. Das ergab eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nach deren Einschätzung viele Jugendliche durch gezielte Maßnahmen gerettet werden könnten. Dem Bericht zufolge starben allein im Jahr 2012 1,3 Millionen junge Menschen – meist an vermeidbaren Ursachen.

Viele Jugendliche sterben an vermeidbaren Todesursachen
Bei der heutigen Vorstellung des WHO-Berichts in Genf forderten Vertreter der Organisation gezielte Hilfen und Vorbeugemaßnahmen, um die Zahl der vermeidbaren Todesfälle unter Jugendlichen zu senken. „Die Welt hat der Gesundheit von Heranwachsenden bisher nicht die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet”, sagte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin, Flavia Bustreo. „Wir hoffen, dass dieser Bericht viel Aufmerksamkeit auf die gesundheitlichen Bedürfnisse der Zehn- bis 19-Jährigen lenkt und als Sprungbrett zur schnellen Ergreifung von Maßnahmen zur Förderung der Jungendgesundheit dient.”

Laut WHO würde in vielen Ländern das Vorurteil herrschen, dass junge Menschen nur selten an körperlichen oder psychischen Erkrankungen litten. So werde auch häufig angenommen, dass für Jugendliche weniger gesundheitliche Risiken bestünden – abgesehen von Teenager-Schwangerschaften. Diese Vorteile müssten dringend ausgeräumt werden, so die WHO. Bustreo fordert deshalb, die bisherige medizinische Betreuung umfassender zu gestalten und speziell auf Jugendliche auszulegen.

Verkehrsunfälle, Aids und Selbstmord sind weltweit die häufigsten Todesursachen von jungen Menschen
Laut Definition der WHO gelten Menschen zwischen zehn und 19 Jahren als Jugendliche. Dem Bericht der Organisation zufolge sterben weltweit die meisten jungen Menschen an Verkehrsunfällen, gefolgt von HIV und Aids. Den traurigen dritten Platz belegen Selbstmord und Selbstverletzung. Danach folgen Atemwegserkrankungen, Gewalttaten, Durchfallerkrankungen, Ertrinken, Meningitis, Epilepsie und hormonelle Blut- und Immunkrankheiten. Die meisten dieser Todesursachen sind vermeidbar.

Bei Verkehrsunfällen kommen dem Bericht zufolge dreimal mehr Jungen als Mädchen um. Bei jungen Frauen treten dagegen Komplikationen bei der Schwangerschaft oder der Geburt immer noch häufig auf. In Asien und Afrika sei es hier jedoch gelungen, die Sterblichkeit deutlich zu senken, so die WHO.

Übergewicht von Jugendlichen kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen im Erwachsenenalter haben
Weltweit sind 1,2 Milliarden Menschen per WHO-Definition im jugendlichen Alter. Dem Bericht zufolge bestünden insbesondere durch den Missbrauch von Alkohol sowie Übergewicht und mangelnde Fitness Gefahren in dieser Altersgruppe. So verursache falsche Ernährung in der Jugend „zerstörerische Folgen für ihre Gesundheit als Erwachsene”, sagte Jane Ferguson, Wissenschaftlerin bei der WHO. „Gleichzeitig dürfen wir nicht bei unseren Anstrengungen zur Förderung und zum Schutz der sexuellen und reproduktiven Gesundheit von Jugendlichen, einschließlich HIV, nachlassen."

Der Bericht weist zudem daraufhin, dass die Problematik von Depressionen und Ängsten bei jungen Menschen in vielen Ländern verkannt würden. Diese seien häufig Auslöser für einen Selbstmord und könnten mit gezielten Maßnahmen behandelt werden. „Einige Studien zeigen, dass es bei der Hälfte aller Menschen mit psychischen Problemen die ersten Symptome bereits im Alter von etwa 14 Jahren gab”, schreiben die WHO-Experten in ihrem Bericht.

Bild: Jerzy / pixelio.de