WHO warnt vor Ausbreitung der Masern

Heilpraxisnet

WHO macht unzureichenden Impfschutz für Ausbreitung der Masern verantwortlich

14.11.2014

Die Masern könnten sich wieder verstärkt ausbreiten. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist der vielerorts unzureichende Impfschutz dafür verantwortlich, dass die Ausrottung der Infektionskrankheit in weite Ferne rückt. Weltweit sei die Zahl der Todesfälle durch Masern von 2012 bis 2013 von 122.000 auf mehr als 145.000 gestiegen. Zwar sei es seit der Jahrtausendwende gelungen, die Masern-Sterbefälle um 75 Prozent zu reduzieren, jedoch sei das immer noch weit von der Zielmarke von 95 Prozent bis zum Jahr 2015 entfernt, so die WHO in einer Mitteilung.

Ziel-Impfrate wurde auch in Deutschland bislang nicht erreicht
„Geringe Fortschritte bei der Erhöhung Masern-Impfrate haben zu großen Ausbrüchen dieser hochansteckenden Erkrankung geführt, was die Ziele zur Ausrottung bis 2015 aus der Spur geworfen hat", erklärt Dr. Peter Strebel von der WHO, Abteilung für Immunisierung, Impfstoffe und Biologika.Alle Mitgliedstaaten der sechs WHO-Regionen hätten sich feste Ziele für die Ausrottung der Masern gesetzt. „Die Länder müssen dringend die Priorität auf die Erhaltung und Verbesserung der Impfrate legen. Gelingt es nicht, diesen alarmierenden Trend umzukehren, könnte der von einem Jahrzehnt der Erfolge bei der Verringerung der Masern-Sterblichkeit erzeugten Impuls gefährdet werden", so Strebel weiter.

Der Hauptgrund für die geringen Fortschritte bei der Ausweitung des Impfschutzes liegt der WHO zufolge vor allem in Afrika, Indien und Pakistan. Im globalen Durchschnitt stagniere die Impfschutzrate bei 85 Prozent. Um die Masern zurückzudrängen und auszurotten sind aber mindestens 95 Prozent notwendig, so die Expertenmeinung. Auch in Deutschland wurde das Masern-Impfziel bisher nicht erreicht. Hierzulande liegt die Impfrate der Schulanfänger mit jeweils zwei notwendigen Impfungen bei 92,4 Prozent.

Eine Infektion mit Masern kann neben einem stark geschwächten Allgemeinzustand lebensbedrohliche Lungen- und Hirnentzündungen verursachen. (ag)

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Bild: siepmannH / pixelio.de