WHO warnt vor großer Malaria-Rückkehr

Alexander Stindt

Fehlende finanzielle Mittel führen zu ansteigenden Fällen von Malaria

Eigentlich gab es in den letzten Jahrzehnten immer weniger Fälle von Malaria auf der Welt. Offiziell befand sich die Erkrankung aus den Tropen also auf dem Rückzug. Die Mediziner der Weltgesundheitsorganisation WHO warnten jetzt aber davor, dass die von Malaria ausgehende Gefahr keineswegs vollständig gebannt wurde.

Eigentlich wurde Malaria in den letzten Jahren relativ gut kontrolliert und eingedämmt. Die Verbreitung der Erkrankung geschieht durch die sogenannte Anopheles-Mücke. Durch den Einsatz von Netzen, Prophylaxe und Giftsprühaktionen konnte die Anzahl der Erkrankungen generell reduziert werden. Doch jetzt scheint es einen beunruhigenden Trend zu geben: Die Zahl der Malariafälle ist weltweit gesehen wieder ansteigend.

Es gibt einige Tropenkrankheiten, welche sich immer weiter ausbreiten. Eigentlich sagen Mediziner, dass die Malaria in der heutigen Zeit gut kontrolliert werden kann. Die Experten der WHO sind da allerdings anderer Meinung. (Bild: Henrie – fotolia)

In Zukunft könnten wieder mehr Menschen an der Malaria versterben

„In den letzten Jahren haben wir große Fortschritte im Kampf gegen Malaria gemacht“, erläutert der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus in einer Pressemitteilung. Allerdings scheine der Kampf gegen die Malaria in verschiedenen Ländern und Regionen der Welt ins Stocken geraten zu sein. Dies werde dazu führen, dass es in Zukunft zu mehr Krankheitsfällen von Malaria kommt. Als Folge davon werden logischerweise auch mehr Menschen an der Erkrankung versterben, fügt der Experte hinzu.

Zur Zeit ist die Anzahl der Todesfälle durch Malaria noch etwa gleichbleibend

Bisher sei die Anzahl der Todesfälle durch Malaria-Erkrankungen weitgehend unverändert geblieben. Im Jahr 2016 starben nach den Angaben der WHO etwa 440.000 Menschen an Malaria. Dies entspricht etwa der Zahl der Todesfälle aus dem Vorjahr. 80 Prozent der Todesfälle stammten dabei aus 14 Ländern der sogenannten Subsahara-Region Afrikas und Indien.

Diese Faktoren beeinflussen den Kampf gegen die Malaria

Die rückläufige Entwicklung beim Kampf gegen die Malaria ist schwer auf einen speziellen Grund zurückzuführen. Anscheinend sind aber Arzneimittel und Insektenschutzmittel nicht ausschlaggebend für den Rückgang, erläutern die Forscher. Es gibt viele Faktoren, welche den Fortschritt im Kampf gegen Malaria beeinflussen können. Zu diesen gehören beispielsweise unzureichende finanzielle Mittel oder auch generelle Lücken bei den Malaria-Vorbeugemaßnahmen. Aber auch klimabedingte Schwankungen könnten erheblichen Einfluss haben, erklärt Abdisalan Noor von der Weltgesundheitsorganisation.

Die WHO benötigt mehr Geld zur erfolgreichen Bekämpfung der Malaria

Die für das Jahr 2030 anvisierten Ziele der weltweiten WHO-Kampagne bei der Bekämpfung von Malaria können nicht erreicht werden, wenn internationale Ausgaben für die Eindämmung von Malaria weiter unzureichend sind. Im Jahr 2016 sind etwa 2,7 Milliarden Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) für die Bekämpfung von Malaria aufgebracht worden. Diese Menge ist allerdings weniger als die Hälfte der insgesamt jährlich benötigten 6,5 Milliarden Dollar (ca. 5,4 Milliarden Euro), erläutern die Experten.

Finanzielle Mittel müssen erhöht und Maßnahmen zur Eindämmung verstärkt werden

Zu geringe finanzielle Mittel sind das größte Problem bei der Eindämmung der Malaria. Wenn die derzeitige Finanzierung nicht erhöht wird und Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung von Malaria verstärkt werden, stoßen wir an die Grenzen der Möglichkeiten zu Bekämpfung der Malaria, fügt Noor von der Weltgesundheitsorganisation hinzu. (as)