WHO: Wenig Hoffnungen auf Ebola-Medikament

Heilpraxisnet

WHO: Hoffnung auf Ebola-Medikament gedämpft

15.11.2014

Die schlechten Nachrichten über die Ebola-Epidemie in Westafrika reißen nicht ab. Nachdem in den vergangenen Wochen Hoffnung aufkeimte, möglicherweise bald ein Medikament gegen die Seuche zu haben, wurde diese nun von der WHO gedämpft. Für manche Mittel seien weitere Tests nötig und andere könnten nicht in den nötigen Mengen hergestellt werden.

Hoffnung auf baldiges Medikament gedämpft
Rund 5.000 Menschenleben hat die seit Monaten in Westafrika grassierende Ebola-Epidemie bereits gefordert. Bislang gibt es weder eine Impfung gegen die Infektionskrankheit, noch ein zugelassenes Heilmittel. Bei den Patienten werden lediglich die typischen Ebola-Symptome behandelt. In den vergangenen Wochen keimte jedoch Hoffnung auf, nachdem berichtet wurde, dass möglicherweise bald Ebola-Medikamente zur Verfügung stehen. Einer Meldung der Nachrichtenagentur APA zufolge hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Hoffnung, bald ein Medikament gegen Ebola zu finden, nun aber gedämpft.

Nur wenige aussichtsreiche Kandidaten
Wie der zuständige WHO-Programmleiter Martin Friede am Freitag in Genf sagte, gebe es "derzeit nur wenige aussichtsreiche Kandidaten". Diejenigen Arzneien, für die es bisher aussagekräftige Daten gebe, seien "nicht in den nötigen Mengen herstellbar". Und für den Großteil der ausreichend verfügbaren Mittel seien noch Tierversuche nötig, vor allem an Primaten. Der WHO liegt eine Liste "von insgesamt über 120 experimentellen Medikamenten vor". Am Mittwoch und Donnerstag hatte ein Komitee aus Wissenschaftlern bei der WHO über mögliche Behandlungen gegen Ebola beraten.

Behandlungserfolge im Westen nicht verallgemeinern
Nach Einschätzung der Experten ist dabei "ein hoher Standard bei der Krankenhausversorgung besonders wichtig". Dieser ist jedoch in den Ebola-Gebieten in den betroffenen Ländern in Westafrika kaum gewährleistet. Wie die WHO warnte, "müsse diese Situation auch bei Medikamententests berücksichtigt werden. Deshalb könnten auch gewisse Behandlungserfolge mit bestimmten Wirkstoffen in Europa oder den USA nicht einfach verallgemeinert werden". So könne "der positive Verlauf der Krankheit in den westlichen Ländern auch das Ergebnis der guten Pflege der Patienten gewesen sein oder darauf zurückgeführt werden, dass die Patienten vor ihrer Infizierung wohlgenährt waren".

Drei mögliche Mittel werden in Westafrika getestet
Von verschiedenen Presseagenturen wurde mitgeteilt, dass die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) im kommenden Monat in Guinea, Liberia und Sierra Leone klinische Tests von drei möglichen Mitteln gegen Ebola starten will. Wie die Ebola-Koordinatorin von MSF, Annick Antierens, sagte, werden zwei verschiedene Wirkstoffe – Brincidofovir und Favipiravir – sowie die Antikörper-Behandlung mit Blut und Plasma von genesenen Patienten, getestet. Für kommenden Februar werden erste Ergebnisse erwartet. Antierens mahnte: „Wir dürfen nicht vergessen, dass es keine Garantie für die Wirksamkeit der drei Mittel gibt.“ (ad)

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de