Wieder Milliardenüberschuss bei Krankenkassen

Fabian Peters

Elf Milliarden Euro Überschuss der Krankenkassen

Finanzreserven von elf Milliarden Euro bei den gesetzlichen Krankenkassen

20.06.2012

Die positive Entwicklung der finanziellen Situation bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) aus dem Jahr 2011 hat sich auch im ersten Quartal 2012 fortgesetzt. Laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums weist das vorläufige Finanzergebnis der Krankenkassen einen Überschuss von rund 1,5 Milliarden Euro auf.

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Das Bundesministerium für Gesundheit hat in einer Pressemitteilung am Mittwoch die finanziellen Eckdaten zu den gesetzlichen Krankenversicherungen aus dem ersten Quartal 2012 bekannt gegeben. Demnach setzt sich die positive Finanzentwicklung der GKV auch in diesem Jahr fort. Den Ausgaben der Krankenkasse in Höhe von rund 46 Milliarden Euro standen Einnahmen in Höhe von circa 47,5 Milliarden Euro gegenüber. „Gesundheitsfonds und Krankenkassen verfügen rechnerisch am Ende des 1. Quartals 2012 insgesamt über Finanzreserven in einer Größenordnung von rund 20 Milliarden Euro, davon rund 11,5 Milliarden Euro bei den Krankenkassen und rund 8,5 Milliarden Euro beim Gesundheitsfonds“, berichtet das Bundesgesundheitsministerium.

Angesichts der aktuellen Zahlen erklärte der Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), dass „die anhaltend positive Finanzentwicklung bei den Krankenkassen sehr erfreulich“ sei, doch die Lage bei den Kassen weiterhin unterschiedlich ausfällt. „Aber alle profitieren von der Situation“, so Bahr weiter. Der Bundesgesundheitsminister nutzte den Anlass auch, um seine bereits mehrfach geäußerte Forderung, dass auch die Versicherten an der positiven Entwicklung teilhaben müssen, zu wiederholen „Überschüsse sind das Geld der Versicherten, was auch ihnen zugute kommen muss, das kann zum Beispiel durch Leistungsverbesserungen und Prämienzahlungen geschehen“, erklärte Bahr.

Positive konjunkturelle Entwicklung bedingt Überschüsse bei den Krankenkassen
Ursache der positiven Entwicklung bei der GKV ist im wesentlichen „die Entwicklung der Beitragseinnahmen bei einer bislang günstigen Lohn- und Beschäftigungsentwicklung“, so die Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums. Allerdings bleibe die konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone weiterhin mit erheblichen Risiken behaftet. Doch auch „die ausgabenbegrenzenden Maßnahmen insbesondere im Arzneimittelbereich sowie bei den Verwaltungsausgaben der Krankenkassen“ haben laut Mitteilung des Ministerium zu der positiven Finanzentwicklung der GKV beigetragen. So lagen die Ausgabenzuwächse je Versichertem im ersten Quartal 2012 bei lediglich 3,5 Prozent, .prognostiziert war indes ein Ausgabenanstieg von 4,5 Prozent.

Große Krankenkassen profitieren am stärksten von der positiven Finanzentwicklung
Sämtliche gesetzlichen Krankenkassen profitieren von dieser Entwicklung, wenn auch die Kassenarten mit den meisten Versicherten die höchsten Überschüsse ausweisen, berichtet das Ministerium.. Die kleineren Kassenarten wie die Betriebskrankenkassen erzielten demnach Überschüsse von 165 Millionen Euro, die Innungskrankenkassen von 154 Millionen Euro und die Knappschaft-Bahn-See von 71 Millionen Euro. Bei den große Krankenkassen erreichten die „AOKen einen Überschuss von rund 553 Millionen Euro und die Ersatzkassen einen Überschuss von rund 568 Millionen Euro“, berichtet das Bundesgesundheitsministerium. Auch von den ehemals leicht unter Druck geratenen Krankenkassen konnten dem Ministerium zufolge einige im Verlauf des Jahres 2012 auf die Erhebung von Zusatzbeiträgen verzichten und erstmals wieder Rücklagen aufbauen. (fp)