Wieder Nachweis der Vogelgrippe in Hongkong

Fabian Peters

Hongkong: Zweiter Nachweise der Vogelgrippe innerhalb einer Woche

23.12.2012

Hongkong gilt als die Wiege der Infektionskrankheit Vogelgrippe. Von hier aus breitete sich vor acht Jahren erstmals der Erreger aus und versetzte die Welt in Angst vor einer tödlichen Pandemie. Zwar blieben die Erkrankungszahlen deutlich hinter den Befürchtungen zurück, doch die Gefahr durch die Vogelgrippe-Erreger ist auch heute nicht gebannt.

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So wurde aktuell zum zweiten Mal innerhalb nur einer Woche in Hongkong bei einem toten Vogel der Vogelgrippe-Erreger nachgewiesen. Damit wächst erneut die Angst vor einem Überspringen auf den Menschen. Das Risiko liegt dabei vor allem in der Mutation des H5N1-Virus. Denn mit nur wenigen Anpassungen könnte aus dem Vogelgrippe-Virus ein potenziell tödlicher Erreger werden, der sich auch unter Säugetieren inklusive Menschen so schnell verbreitet wie die Erreger der Schweinegrippe H1N1.

Gefahr der Übertragung auf den Menschen
Der Nachweis des Vogelgrippe-Erregers bei dem Kadaver einer Rotbrust-Elster erfüllt die Experten mit Sorge. Denn innerhalb nur einer Woche wurden damit bereits zum zweiten Mal die gefährlichen Vogelgrippe-Viren in Hongkong festgestellt. Wie die Gesundheitsbehörden am Freitag berichteten, wurden am Mittwoch bereits 19.000 Vögel notgeschlachtet, nachdem der Virus in einem Hähnchenbestand nachgewiesen worden war. Für drei Wochen ist nun die Einfuhr und der Verkauf von lebendem Geflügel in Hongkong untersagt. Da in der Millionenmetropole Geflügel und Menschen teilweise auf engstem Raum zusammenleben, ist hier die Gefahr einer Übertragung der Vogelgrippe-Erreger auf den Menschen besonders groß. Allerdings sind die Vogelgrippe-Erreger in ihrer bisherigen Form für Menschen nur bedingt ansteckend. So verstarben weltweit seit der Entdeckung des Virus im Jahr 2003 lediglich 331 Menschen, womit das H5N1-Virus deutlich harmloser ist als gewöhnliche Grippeviren.

Besondere Gefahr durch Mutation der Vogelgrippe-Erreger
Das größte Risiko besteht jedoch in einer Mutation des Erregers. Denn wären die Vogelgrippe-Erreger so übertragbar wie andere Grippeviren, könnte sich schnell eine Pandemie mit hunderttausenden Todesfällen entwickeln. Um diesem Risiko entgegenzuwirken wurden seit dem ersten Auftreten der Vogelgrippe-Erreger im Jahr 2003 bereits mehr als 400 Millionen Hühner und andere Geflügeltiere gekeult. Trotzdem sind die H5N1-Viren offenbar noch deutlich verbreiteter als erhofft, wie die zwei Nachweise in Hongkong innerhalb nur einer Woche bestätigen. (fp)