Wikileaks-Enthüllung über Pharmakonzern Pfizer

Heilpraxisnet

Wikileaks: Hat das Pharmaunternehmen Pfizer die Staatsanwalt unter Druck gesetzt, um Strafzahlungen für gesundheitlichen Folgen einer Arzneimittel-Studie zu beeinflussen?

Nach Angaben von US- amerikanischen Diplomaten- Dokumenten, die die Aufklärungsplattform Wikileaks der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte, gab es Bestrebungen des Pharmakonzerns "Pfizer" in Nigeria behördliche Strafzahlungen zu beeinflussen.
Die Papiere berichten davon, dass der Pharmakonzern Pfizer mit Hauptsitz in New York versucht habe, den nigerianischen Staatsanwalt Michael Aondoakaa zu kompromittieren. Dazu seien, laut der der Wikileaks veröffentlichten Dokumente, private Ermittler engagiert worden, um Korruptionsvorwürfe gegen Aondoakaa herzuleiten. Im damaligen Februar und März sollen in Zeitungen entsprechende Artikel veröffentlicht worden sein. Die Informationen sollen von Dr. Enrico Liggeri stammen, dem Pfizer-Manager in Nigeria.

Hintergrund sind Gaben des Antibiotikums Trovan im Rahmen einer klinischen Studie bei einer Meningokokken- Meningitis-Epidemie 1996 in der Provinz Kano. An der Arzneimittel-Studie nahmen etwa 200 Kinder teil. Rund hundert der Probanden bekamen den Wirkstoff Trovan, während die andere Hälfte der Kinder Ceftriaxon verabreicht bekamen. In der Gruppe, die Trovan einnahmen, starben fünf Kinder. Zudem sollen einige Kinder massive Gesundheitsschäden davongetragen haben. Liggerie führte aus, dass aus seiner Sicht die Anklagen stark politisch motiviert gewesen sein sollen, weil nämlich die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ Trovan während der Meningitis-Epidemie 1996 auch anderen Kindern verabreicht hat und die nigerianische Regierung damals keine Maßnahmen ergriffen hat.

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Laut dem Pharmaherstellers Pfizer soll die damalige Studienteilnahme freiwillig gewesen und den Eltern sollen in der lokal gesprochenen Sprache „Hausa“ alle Details erklärt worden sein. Das sahen die örtlichen Behörden anders und es entbrannte in der Folge ein jahrelanger Streit darüber, ob die Zustimmungen der Eltern korrekt eingeholt worden sind. Das führte dazu, dass Pfizer 13 Jahre nach der Studie eine Strafzahlung von 75 Millionen Dollar, von zwischenzeitlich angelegten acht Milliarden Dollar, leisten musste. (tf, 11.12.2010)