Wimperntuschen mit krebserregenden Nitrosaminen

Sebastian

NDR-Reporter finden krebserregende Stoffe in Wimperntusche

20.04.2013

Laut einer NDR Recherche sind krebserregende Schadstoffe in Wimperntusche nachgewiesen worden. Die Tusche wird „ganz normal“ im Handel vertrieben. Einige Laboruntersuchungen hatten ergeben, dass bei einigen Produkten die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte von Nitrosaminen überschritten wurden.

NDR-Reporter der Fernsehdokumentation "Die Tricks der Kosmetikindustrie" staunten nicht schlecht, als sie im Rahmen ihrer Recherchen herausfanden, dass zahlreiche Wimperntusche-Produkte mit krebserregenden Stoffen belastet sind. Mit Hilfe von Stichproben wurden die Waren in Drogerien und Parfümerien erworben und im Anschluss im Labor auf Inhaltsstoffe untersucht. Dabei stellten die Experten fest, dass drei von 15 Proben mit den unter Krebsverdacht stehenden Nitrosaminen-Stoffen kontaminiert sind. Laut der NDR-Dokumentation sind folgende Produkte hiervon betroffenen: „NYX, 156 Mikrogramm/kg Bourjois, 60 Mikrogramm/kg; Chanel, 44 Mikrogramm/kg“.

Risikobehörde: Wimperntusche darf nicht verkauft werden
„Für das verarbeitete Rohmaterial, das für Wimperntusche benötigt wird, liegt der EU-Grenzwert bei 50 Mikrogramm/kg“, schreiben die Autoren in einer Pressemitteilung. In zwei Fällen lagen die Werte im Labor höher. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) mutmaßte in diesem Zusammenhang, dass in allen drei Fällen bereits die verwendeten Rohstoffe stark verseucht gewesen sein könnte. Aus diesem Grund dürfte die kontaminierten Wimperntuschen nicht mehr im deutschen Handel verkauft werden. "Da in den Produkten Gehalte von 44-156 Mikrogramm/kg gemessen wurden, kann davon ausgegangen werden, dass der Grenzwert im Rohmaterial nicht eingehalten wurde. Damit sind die Produkte nicht verkehrsfähig", so das BfR.

Unternehmen weisen Kritik von sich
Die betroffenen Unternehmen reagierten auf Anfragen der Reporter sehr verschieden. Der Hersteller NYX „könne die Vorwürfe nicht nachvollziehen“, wie es hieß. Der renomierte Kosmetikhersteller Bourjois reagierte offenbar erst garnicht. Einzig und allein Chanel gab eine Stellungnahme ab. Hier betonte der Konzern laut dem NDR, dass „solche Mengen keine Auswirkungen auf die Gesundheit“ hätten.

Alltäglicher Kontakt mit Nitrosaminen schadet der Gesundheit
Diese Einschätzung ist auf dem ersten Blick auch nicht ganz falsch. Die jeweiligen Mengen sind bei Einzelverwendung nicht gesundheitsschädlich. Allerdings kommen Verbraucher jeden Tag im Alltag mit einer Vielzahl von Nitrosamin-Quellen in Kontakt. Mediziner und Wissenschaftler raten seit Jahren, den Kontakt und die Aufnahme von Nitrosaminen grundsätzlich zu vermeiden. Neben dem Nitrosamin-Fund wird die Dokumentation auch über die Wirkweisen von „Anti-Aging-Produkten, Cremes, Shampos und Make-Ups berichten“. Die Sendung wird am kommenden Montag um 21.00 Uhr im NDR Fernsehen ausgestrahlt. (sb)

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Bild: Daniel Rennen / pixelio.de