Saisonale Depression: Heißhunger & Schlafbedürfnis

Heilpraxisnet

Winterdepression durch fehlendes Sonnenlicht

07.11.2014

Die Winterdepression gehört zu den saisonal abhängigen Depressionen (SAD) und ist keinesfalls ein Mythos. Tatsächlich sorgt das fehlende Sonnenlicht im Herbst und Winter bei vielen Menschen für eine depressiven Verstimmung, die sich jedoch von einer echten Depression unterscheidet. Bei einer Winterdepression leiden die Betroffenen an einem erhöhten Schlafbedarf und Heißhunger, während eine echte Depressionin der Regel zu Appetitlosigkeit und Schlafmangel führt. Darauf weist Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ hin.

Mit Lichttherapie Winterdepression überwinden
Typische Anzeichen für eine SAD sind die gedrückte Stimmung, wenig Elan, Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, allgemeine Antriebslosigkeit und Heißhunger, der häufig zu einer Gewichtszunahme führt. Ursache dieser Symptome ist der Mangel an Sonnenlicht im Herbst und Winter. Menschen, die an einer Winterdepression leiden, sollten deshalb darauf achten, sich bewusst häufig im Freien aufzuhalten, um den Lichtmangel auszugleichen. Auch bei bedecktem Himmel ist täglich eine Stunde an der frischen Luft empfehlenswert. Zudem können eine Lichttherapie mit einer speziellen 10.000-Lux-Lampe sowie hoch dosiertes Johanniskraut, das stimmungsaufhellend wirkt, gegen die SAD helfen, erläutert Bergmann.

Hausmittel gegen Winterdepression
Viele Heilpraktiker empfehlen zudem den gezielten Einsatz von Sinnesreizen in der lichtarmen Jahreszeit. So können warme und fröhliche Farben die Stimmungslage verbessern. Bunte Vorhänge oder Kissen, aber auch farbige Kleidung kann dabei bewusst eingesetzt werden. Zudem wirken bunte Badezusätze, die beispielsweise in Bioläden erhältlich sind, positiv auf das psychische und körperliche Wohlbefinden. Aroma-Öle für das Badewasser, die Duftlampe oder als Körperöl können ebenfalls die Stimmung aufhellen. So gilt Lavendel als beruhigend und ausgleichend. Zudem sollen Bergamotte, Geranium, Patchouli, Eisenkraut, Palmerosa, Neroli, Rosenholz, Orange und Zitrone Melancholie, Niedergeschlagenheit und Antriebsschwäche entgegenwirken. Je nach Vorliebe sollte der entsprechende Duft gewählt werden. Mehr hierzu lässt sich auch in unserem Artikel: "Hausmittel bei Winterdepression" finden.

Häufig hilft bereits das Gefühl „sich etwas Gutes zu tun“ gegen eine kurzzeitige Verstimmung. Gesunde ausgewogene Ernährung, ein Besuch in der Sauna oder eine Massage können das körperliche und psychische Wohlbefinden deutlich verbessern. Sollten die Beschwerden jedoch über den Winter hinaus bestehen, ist es ratsam einen Facharzt zu konsultieren, um eine echte Depression, Burnout oder andere psychische Erkrankungen auszuschließen. (ag)

Bild: Lutz Stallknecht / pixelio.de