Winterliche Hautpflege: Fett und Sonnenschutz

Heilpraxisnet

Winterliche Hautpflege: Viel Fett und etwas Sonnenschutz

07.01.2015

Das Winterwetter mit seinen eisigen Winden und dem Schnee bedeuten Stress für unsere Haut. Auch die trockene Heizungsluft trägt ihren Anteil dazu bei. Während der kalten Jahreszeit treten verstärkt Hautprobleme auf. Mit der richtigen Pflege kann man diesen gut vorbeugen.

Ständiger Wechsel von kalter und warmer Luft
Auch wenn die Haut das ganze Jahr über allerhand mitmachen muss, schadet ihr vor allem der Winter. Es gibt mehrere Gründe dafür, warum der Teint während der kalten Jahreszeit aus der Balance gerät. Insbesondere der ständige Wechsel von kalter Luft im Freien zu trockener Heizungswärme im Haus macht der Gesichtshaut zu schaffen. Darüber hinaus stellen die Talgdrüsen ab Temperaturen um die acht Grad ihre Arbeit ein. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme der Natur aus Zeiten, in denen es weder warme Räume noch effektive Pflege gab. Auf der Hautoberfläche kann Flüssigkeit nämlich zu mikroskopisch kleinen Erfrierungen führen.

Trockene Haut braucht rückfettende Pflege
Stefan Duve, Dermatologe aus München, erklärte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa, dass besonders trockene Haut eine rückfettende Pflege brauche. Diese sei geradezu ein Muss, wenn man sich in warmen Räumen aufhält oder besonders viel im Freien ist. „Wer beispielsweise lange Spaziergänge liebt, sollte den Teint vor Wind, Kälte und Sonne schützen – vor allem in den Bergen“, so der Mediziner. Der Hautarzt rät zudem, die Haut ein- bis zweimal pro Woche mit einer rückfettenden Maske zu pflegen. „Und auf keinen Fall die tägliche Nachtcreme vergessen.“

Augenpartie vor Umwelteinflüssen schützen
Der Teint lässt sich relativ unproblematisch pflegen, bei Augenpartien, Lippen, Hals und Dekolleté wird es etwas schwieriger. Diese Stiefkinder der Pflege werden ohnehin oft vernachlässigt, im Winter kann dies unangenehme Folgen haben. Da die Haut um die Augen besonders dünn ist, ist sie sehr anfällig für die berühmten Knitterfältchen. „Darum sind hier hyaluronsäurehaltige Pflegeprodukte eine gute Wahl, die eine glättende Wirkung aufweisen und gleichzeitig über rückfettende Substanzen verfügen“, sagte Anna Mokosch, Fachärztin für Dermatologie am Medical Skin Center Düsseldorf, gegenüber der Agentur. Die Expertin rät zudem dazu, die Augenpartie im Winter mit Antioxidantien vor Umwelteinflüssen zu schützen. „Hier helfen vor allem die Vitamine C und E“, so Mokosch. „Was oft vergessen wird: ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Zur kalten Jahreszeit kann das auch Kräutertee sein.“

Sonnenschutz für die Lippen
Sehr empfindlich auf Kälte reagieren die Lippen. Deren zarte Haut ist im Vergleich zur Gesichtshaut besonders dünn und besitzt kein Unterhautfettgewebe. Hautärzte raten daher zu Sunblockern, welche die Lippen vor Kälte, aber auch vor Sonne schützen. Solche Produkte gibt es auch in Stiftform. Ihr Lichtschutzfaktor (LSF) – englische Bezeichnung SPF (Sun Protection Factor) – beträgt mindestens 50. Mokosch ergänzte: „Ein solcher Sunblocker ist aber nicht nur für die Lippen sinnvoll, sondern auch für die Partie um die Augen“.

Pflege von Hals und Dekolleté
Der Pflege von Hals und Dekolleté wird generell wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Gerade dort machen sich jedoch die Spuren des Alterungsprozesses schnell bemerkbar, da die Haut dort recht dünn ist und kein Unterhautfettgewebe besitzt, das aufpolsternd wirken könnte. „Als Basispflege sind auch hier rückfettende Cremes und Masken zu empfehlen“, so Duve. „Dafür sollte man auf lange, möglichst auch noch gemütlich heiße Bäder verzichten, weil sie die Haut zusätzlich austrocknen.“ Zudem werde oft vergessen, dass der ständige Kontakt mit Wolle eines Schals oder Rollkragenpullovers die zarte Haut an Hals und Dekolleté reizt, insbesondere, wenn die Wolle etwas kratzt. „In solchen Fällen macht es Sinn, auf Baumwolle zurückzugreifen“, meint Duve.

Unschöne rote Stellen
Bei manchen Menschen entwickeln sich im Winter unschöne rote Stellen, sogenannte Trockenheitsekzeme. Wie der Hautarzt Heiko Grimme aus Stuttgart erklärte, neigten vor allem Menschen, die von Natur aus unter eher trockener Haut leiden, dazu. Ihnen könne vorbeugend die Umstellung auf eine lipidhaltige, also fetthaltige Creme, helfen, da Fett den Verdunstungsprozess auf der Haut verhindert. Wenn das Ekzem noch nicht zu weit fortgeschritten ist, hilft meist eine Salbe für besonders trockene Haut. Ansonsten kann eine Kortisonsalbe vom Dermatologen das Abheilen fördern.

Gesunde Ernährung schützt die Haut
Auch eine ausgewogene Ernährung schützt vor trockener Haut. Frisches Obst und Gemüse liefern dem Körper wichtige Vitamine, Spurenmineralien und Antioxidantien. Zudem sollte viel getrunken werden, am besten Wasser, Fruchtschorlen, Früchte- oder Kräutertees. Die Zellen erhalten so auch von innen Feuchtigkeit. Alkoholkonsum und Rauchen strapazieren empfindliche Haut. Des weiteren können Stress und Schlafmangel das empfindliche Gleichgewicht der Haut stören. Durch viel Bewegung an der frischen Luft wird die Durchblutung der Haut gefördert und so trockener Haut vorgebeugt. Gegen die trockene Heizungsluft können Luftbefeuchter oder Wasserschalen helfen. (ad)

Bild: Jörg Brinckheger / pixelio.de

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