Mittel gegen kreisrunden Haarausfall entdeckt?

Heilpraxisnet

US-Forscher entdecken Mittel gegen kreisrunden Haarausfall

19.08.2014

Haarausfall stellt für viele Menschen eine enorme psychische Belastung dar. Um einer drohenden Glatze zu begegnen, wird meist auf Toupets oder Haartransplantationen zurückgegriffen. US-Forscher haben nun ein wirksames Mittel gegen kreisrunden Haarausfall entdeckt.


Über eine Million Deutsche mit kreisrundem Haarausfall
Jeden Tag verliert ein Mensch im Durchschnitt zwischen 70 und 100 Kopfhaare. Von einem permanenten Haarausfall spricht man, wenn diese nicht wieder nachwachsen. Zu den häufigsten Formen des Haarausfalls zählt kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata ). Über eine Million Deutsche sollen laut Pressberichten davon betroffen sein. Obwohl seit Jahren nach vorbeugenden beziehungsweise therapeutischen Möglichkeiten gesucht wird, gibt es bislang keine einschneidenden Erfolge zu vermelden. Meist kommen immer noch Toupets oder Haartransplantationen zu Einsatz.

Zahlreiche Ursachen für Haarausfall
Um der Ursache für Haarausfall auf die Spur zu kommen werden beispielsweise bei einer Trichodermatoskopie Haare und Kopfhaut mit dem Auflichtmikroskop untersucht. In manchen Fällen wird auch eine Blutuntersuchung angeordnet, um zu klären, ob etwa ein Eisenmangel oder eine Erkrankung der Schilddrüse, wie etwa eine Schilddrüsenüberfunktion Ursache des Haarausfalls ist. Allerdings kann Haarausfall auch durch zahlreiche andere Krankheiten hervorgerufen werden, zum Beispiel durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Morbus Crohn, Bulimie oder Magersucht und in seltenen Fällen auch durch Infektionskrankheiten wie Typhus oder Scharlach.

Drei Patienten erfolgreich behandelt
US-Forscher vermelden nun einen Erfolg in der Behandlung von Haarausfall. Im Fachmagazin „Nature Medicine“ schreiben die Wissenschaftler, dass es ihnen gelungen sei, drei an „Alopecia areata“ erkrankte Menschen erfolgreich zu behandeln. Wie es heißt, greift bei der Erkrankung das körpereigene Abwehrsystem die Haarfollikel an. Die Forscher der Columbia University in New York City haben entdeckt, dass eine bestimmte Gruppe von T-Helferzellen die Follikel attackiert. Zur weiteren Abklärung dieses Autoimmungeschehens starteten die Wissenschaftler zunächst einen Tierversuch, bei dem Nagern das Mittel Ruxolitinib oder Tofacitinib, das in den USA zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis eingesetzt wird, verabreicht wurde.

Experten äußern sich optimistisch
Nachdem die Forscher in des Tests positive Ergebnisse feststellten, überprüften sie diese bei drei Patienten mit mäßiger bis schwerer Alopezie, die bereits mindestens ein Drittel ihres Haupthaars verloren hatten. Wie erste Ergebnisse der Studie zeigten, waren die Haare innerhalb von vier bis fünf Monaten vollständig nachgewachsen. Außerdem konnten in der Kopfhaut T-Zellen, die die Haarfollikel angreifen, nicht mehr nachgewiesen werden. Auch wenn die Wirksamkeit der Präparate noch in größeren Studien endgültig belegt werden müsse, äußerte der renommierte Dermatologe David Bickers gegenüber der britischen BBC: „Das ist ein großer Schritt, um die Behandlung von Alopecia areata zu verbessern.“ Und der leitende Wissenschaftler der Studie, Raphael Clynes, sprach davon, dass die Entdeckung „dramatisch positive Auswirkungen“ für Menschen mit kreisrundem Haarausfall haben wird. (ad)

Bild: duxschulz / pixelio.de