Wirkstoffe in der Milch schützen vor Diabetes

Sebastian

Wirkstoffe in der Milch schützen vor Diabetes: US-Forscher haben in der Milch einen natürlichen Wirkstoff gefunden, der das Diabetes-Risiko vermutlich senken kann. Laut Studienergebnisse haben regelmäßige Milchtrinker ein um 60 Prozent geringeres Risiko, an Diabetes Typ II zu erkranken.

22.12.2010

Während einer Studie haben Wissenschaftler „Harvard School of Public Health“ in Boston eine natürliche Substanz entdeckt, die das Diabetes-Typ II Risiko deutlich senken kann. Wiesen die Probanden einen hohen Wert des sogenannten trans-palmitoleischen Milchstoffes auf, so senkte sich das Erkrankungsrisiko um 60 Prozent. Wie die Forscher weiter mitteilten, könne nun der bereits bekannte Zusammenhang zwischen einer Milchreichen Ernährung und dem geringeren Auftreten der Zuckerkrankheit erklärt werden. Die Forschungsergebnisse können nun dafür verwandt werden, um zukünftig einen Wirkstoff aus der Milchfettsäure zu entwickeln, um dieses gezielt gegen Diabetes Typ II einzusetzen. Hierfür müssten allerdings noch weitere Forschungsarbeiten durchgeführt werden, in denen die neuen Erkenntnisse verwandt werden, wie das Forscherteam um Dariush Mozaffarian von der Harvard School of Public Health in im Wissenschafts-Fachmagazin „Annals of Internal Medicine“ berichteten.

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Langzeitstudie untersuchte eigentlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Die Ergebnisse basieren auf einer Auswertung einer medizinischen Langzeitstudie, an den insgesamt 3736 Frauen und Männer teilnahmen und die mehrere Jahre durchgeführt wurde. Das eigentliche Ziel der Studie war allerdings ein völlig anderes. An sich war das Hauptziel eine Erforschung von Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Bluthochdruck. Daher untersuchten die Wissenschaftler im Studienverlauf auch Blutzuckerwerte sowie den Insulinspiegel der Teilnehmer, um Hinweise auf Diabetes abzuklären. Zudem wurde der Gehalt von unterschiedlichen Fettsäuren im Blut aufgezeichnet. Hierbei nahmen die Forscher auch den trans-palmitoleischen Fettsäuregehalt im Blut der Probanden genauer unter die Lupe. Diese Fettsäure kann vom menschlichen Organismus nicht selbstständig gebildet werden. Daher muss diese spezielle Milchsäure dem Körper durch verschiedene Milchprodukte wie Käse, Milch und Jogurt zugeführt werden.

Je höher der Milchfettsäureanteil, desto günstiger die Blut- und Cholesterinwerte
Bei der anschließenden Auswertung der Daten stellten die Forscher fest, dass es einen deutlichen Kontext zwischen dem Milchsäure-Gehalt im Blut der Studienteilnehmer und den gesundheitlichen Parametern geben muss. Denn je höher die Werte der Milchfettsäure waren, desto niedriger waren auch die Cholesterin-Werte und desto günstiger waren auch die Werte für Entzündungsmarker und Insulin. Zum Ende des Studienverlaufs stellten die Wissenschaftler fest, dass diejenigen, die einen besonders hohen trans-palmitoleischer Wert im Blut aufwiesen, auch besonders seltener von einer Diabetes-Erkrankung betroffen waren. "Der Unterschied war immens, fast das Dreifache", erläuterte Dariush Mozaffarian in dem Wissenschaftsmagazin.

Die ermittelten Daten sollen nun eine Grundlage für weitere Forschungsarbeiten bieten. Die ermittelten Daten müssten nun genauer untersucht werden, um die Ergebnisse deutlicher zu untermauern. Der Mechanismus muss nun genauer untersucht werden, um das Potenzial für eine mögliche Milchsäure-Therapie als Vorbeugung oder Behandlung zu ermitteln. Die Ergebnisse der Studie geben erstmals Auskunft darüber, warum Menschen die viele Milcherzeugnisse zu sich nehmen, auch deutlich seltener an Diabetes erkranken. "Bisherige Studien dazu konnten immer nur sagen, dass es so ist, aber nie warum", betonte Dariush Mozaffarian. Bis tatsächlich ein Wirkstoff konzipiert werden kann, dürften noch einige Jahre vergehen. Ein Glas Milch pro Tag zur Diabetes-Vorsorge kann allerdings schon jetzt empfohlen werden.

Diabetes auf dem Weg zur Volkskrankheit
Nach neusten Schätzungen sind in Deutschland mindestens neun Millionen Menschen an Diabetes Typ II erkrankt. Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Menschen von ihrer Erkrankung noch nichts wissen. Im Gegensatz zum Typ I entwickelt sich Typ II im Laufe eines Lebens. Durch die zunehmende ungesunde Lebensweise in den westlichen Industrienationen erkranken zunehmend auch immer mehr junge Menschen an der Zuckerkrankheit. Um eine effektive Diabetes-Vorbeugung zu betreiben, ist es notwendig sich viel zu bewegen, statt Weißmehl- eher zu Vollkornprodukten zu greifen und mehr Gemüse zu verköstigen. Laut der Studienergebnisse ist es demnach vermutlich auch von Vorteil, Milchprodukte regelmäßig zu verköstigen. (sb)