Wirkung im Gehirn: So helfen Walnüsse beim Abnehmen

Fabian Peters
Walnüsse: Appetit-Kontrolle durch Aktivierung bestimmter Hirnregionen
Der Verzehr von Walnüssen wird mit zahlreichen Gesundheitsvorteilen insbesondere in Bezug auf den Stoffwechsel und das Herzkreislaufsystem in Zusammenhang gebracht. In einer aktuellen Studie haben US-Wissenschaftler nun nachgewiesen, dass Walnüsse auch beim Abnehmen helfen können, indem sie ein verstärktes Sättigungsgefühl vermitteln.

Die Wissenschaftler des Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC) konnten in ihrer aktuellen Untersuchung erstmals die neurokognitiven Auswirkungen des Walnuss-Verzehrs nachweisen. Sie stellten fest, dass der Konsum von Walnüssen eine Region im Gehirn aktiviert, die für die Kontrolle von Hunger und Heißhunger zuständig ist. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in dem Fachmagazin „Diabetes, Obesity and Metabolism“ veröffentlicht.

Walnüsse entfalten auch eine Wikrung im Gehirn, die zu einem erhöhten Sättigungsgefühl und besserer Kontrolle des Heißhungers führt. (Bild: karepa/fotolia.com)

Gehirnaktivität beim Walnuss-Konsum untersucht
Um genau zu bestimmen, wie Walnüsse im Gehirn wirken, verwendeten die Wissenschaftler das bildgebende Verfahren der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI). So konnten sie die Aktivität im Gehirn beobachten und feststellen, welche Gehirnregionen beim Konsum der Walnüsse aktiviert werden. Zehn fettleibige Freiwillige wurden für zwei Untersuchungszeiträume von je fünf Tagen in die Klinik verlegt, wo sie eine streng kontrollierte Nahrung erhielten. So mussten sich die Wissenschaftler nicht auf die Angaben der Probanden zu ihrem Nahrungsmittelkonsum verlassen, sondern konnten diesen exakt nachvollziehen.

Probanden erhielten Walnuss-Smoothie oder Placcebo-Drink
Während einer fünftägigen Sitzung erhielten die Probanden täglich Smoothies mit 48 Gramm Walnüssen (von der American Diabetes Association empfohlene Verzehrmenge). Während eines zweiten Untersuchungszeitraums erhielten sie einen walnussfreien, aber ernährungsmäßig vergleichbaren Placebo-Smoothie, der geschmacklich dem Walnuss-Smoothie nachempfunden wurde. Die Reihenfolge der beiden Untersuchungszeiträume wurde zufällig gewählt, so dass einige Teilnehmer die Walnüsse zuerst konsumierten und andere das Placebo. „Weder die Freiwilligen noch die Forscher wussten, in welcher Sitzung sie den nussigen Smoothie erhielten“, erläutert das BIDMC in einer Pressemitteilung zu den aktuellen Studienergebnissen.

Weniger Hungergefühl nach dem Walnuss-Konsum
Wie schon in früheren Beobachtungsstudien berichteten die Probanden in der aktuellen Studie, dass sie in der Woche weniger hungrig waren, wenn sie die Walnuss-Smoothies erhielten. In der Untersuchung mittels funktioneller Magnetresonanztomographie am fünften Tag des Experiments konnte laut Aussage der Wissenschaftler auch ein eindeutiger Grund hierfür ermittelt werden. Die Probanden zeigten nach dem Walnuss-Konsum beim Betrachten von Bildern mit schmackhaften, eher ungesunden Lebensmitteln und weniger schmackhaften, eher gesunden Lebensmitteln eine deutlich erhöhte Aktivität in der Gehirnregion, die als Insula bezeichnet wird.

Aktivierung der Insula
Der aktivierte Bereich der Insula ist laut Aussage der Forscher wahrscheinlich in die kognitive Kontrolle der Entscheidung für bestimmte Lebensmittel involviert. So widmeten die Teilnehmer der Auswahl der Speisen mehr Aufmerksamkeit und entschieden sich eher für gesündere, weniger schmackhafte Optionen. Die Forscher betonen, dass es keine Zweideutigkeit in Bezug auf die Studienergebnisse gebe. „Wenn die Teilnehmer Walnüsse essen, leuchtet dieser Teil ihres Gehirns, und wir wissen, dass das mit dem übereinstimmt, was die Probanden berichten: Sie sind weniger hungrig und fühlen sich wohler“, berichtet Studienleiter Christos Mantzoros.

Einfluss von Lebensmitteln auf die Gehirnaktivität
„Wir denken nicht oft darüber nach, wie das, was wir essen, die Aktivität in unserem Gehirn beeinflusst“, betont Studienerstautorin Olivia M. Farr von der Abteilung für Endokrinologie, Diabetes und Metabolismus am BIDMC. Die aktuelle Studie zeige hier eindeutig, dass es für das Wohlempfinden und das geringere Hungergefühl nach dem Walnuss-Konsum auch Belege in der Gehirnaktivität gibt. Mit anderen Worten haben die aufgenommenen Lebensmittel direkte neurokognitive Folgen im Gehirn, die wiederum maßgeblichen Einfluss auf das Essverhalten haben.

In einem nächsten Schritt planen die Forscher verschiedene Mengen beziehungsweise Dosierungen von Walnüssen zu testen, um zu sehen, ob mehr Nüsse zu mehr Gehirnaktivierung führen oder ob nach einer bestimmten Menge ein maximaler Effekt erreicht ist. Zudem soll auch die neurokognitive Wirkung weiterer Lebensmittel untersucht werden. (fp)